Handball der etwas anderen Art

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Die Trainingsgruppe des AMTV Hamburg: Die Sportler spielen trotz Handicaps leidenschaftlich gern Handball Foto: Holm

Werner-Otto-Preis für Engagement des AMTV im Behindertensport

Tonndorf. Der Lärmpegel ist nicht zu unterschätzen, wenn man an einem Sonnabendvormittag die Sporthalle an der Gyula Trebitsch Schule in Tonndorf betritt. Hier findet gerade ein Handballtraining der besonderen Art statt. Es handelt sich um ein Training der Handballer mit Handicap des AMTV Hamburg.
Es ist vier Jahre her, dass sich der Wahl-Hamburger Martin Wild zusammen mit Max Rode, Handballtrainer beim AMTV, hingesetzt hat, um Norddeutschlands erste Behindertenmannschaft auf die Beine zu stellen. Am ersten Training nahmen gleich 20 angehende Handballsportler teil. Die Nachfrage wuchs immer weiter. Das Projekt, inzwischen unter dem Namen „Freiwurf Hamburg“ bekannt, musste ausgeweitet werden. Der SV Eidelstedt Hamburg übernahm einen Teil der Spieler. Schon bald konnte ein erstes, richtiges Spiel veranstaltet werden. Währenddessen leistete die Initiative auf einem weiteren Gebiet Pionierarbeit: Vereinsmitglied Sven Schmalfeldt wurde Deutschlands erster behinderter Handballschiedsrichter.
Es folgten einige Reisen in den Süden Deutschlands, wo der Behindertenhandball bereits seid längerer Zeit etabliert ist. Auf verschiedenen Turnieren wurden die Hamburger mit viel Applaus begrüßt. Sie durften sogar gegen die Behinderten-Nationalmannschaft spielen. Inzwischen hat sich eine eigene Liga aus vier Mannschaften heraus kristallisiert. So etwas wie Rivalitäten unter den Mannschaften gibt es nicht. Immer dabei: Die Unified-Partner. Das sind Sportler ohne Behinderung, die dabei helfen, den Handballern mit Handicap, den Sport zu vermitteln. Sogar Hamburgs Innensenator Michael Neumann hat sich für ein paar Spiele das Trikot übergeworfen. Um dabei allerdings fair zu bleiben, wurden die DHB-Regeln den besonderen Umständen ein wenig angepasst.
Für das Engagement des Vereins gab es nun den Werner-Otto-Preis der Alexander-Otto-Sportstiftung. Mit dem Preisgeld von 15.000 Euro soll eine Reise nach Österreich finanziert werden. In der Nähe von Bregenz spielt eine Mannschaft, die man bei den „Special Olympics“ in München kennen lernte. Ein Besuch soll Einblicke in die Arbeit der Kollegen geben.
Kurz vor Ende des Trainings treffen sich die Handballer in der Hallenmitte. Als ihnen mitgeteilt wird, dass sie einen Preis gewonnen haben, können sie damit wenig anfangen. Als ihnen der Pokal präsentiert wird und sie von dem Preisgeld hören, ist in ihren Gesichtern wahre Freude zu erkennen. Mit einer Unterschriften auf der Urkunde verewigen sich auch die Sportler. „Freiwurf Hamburg“ ist nicht das Werk einzelner Organisatoren, sondern aller Beteiligter. (mh)
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