Weltmeister aus Farmsen

Anzeige
Michael Trebbow (r.) und Malte Großmann trumpften bei der U19-WM in Litauen groß aufFotos: T. Hoyer
 
Michael Trebbow, der „Goldjunge“ aus Farmsen

Michael Trebbow und Malte Großmann gewinnen bei U19-WM in Litauen

Von Thomas Hoyer
Farmsen. Für einen jungen Ruderer vom Ruderverein Wandsbek ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Zusammen mit Malte Großmann vom RC Favorite Hammonia wurde der 18-jährige Schüler Michael Trebbow in Litauen neuer U19-Weltmeister im Zweier ohne Steuermann.

„Ich war gleich mit großem Spaß dabei.“ Michael Trebbow

Sieben Jahre ist es her, dass Michael Trebbow über eine AG am Matthias-Claudius-Gymnasium den Weg zum Ruderport fand. „Ich war gleich mit großem Spaß dabei“, erinnert sich der Farmsener, „doch mein Talent hat anfangs noch geschlummert, da ich das Training nicht so ernst genommen habe. Dass aus meinen Ruderkünsten einmal knallharter Leistungsport mit internationalen Erfolgen werden würde, hätte ich nicht gedacht.“ Erst 2010 begann sich der damals 15-Jährige langsam ins Rampenlicht zu rudern. Einen ersten Erfolg gab es beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin. An der Seite von Jan Krispin, Timo Scheerer und Damon Rieck holte er Bronze im Gig-Vierer. Ein Jahr später gelang Michael Trebbow dann der Durchbruch. Auf den Deutschen U17-Meisterschaften gewann der Schüler mit Malte Großmann vom RC Favorite Hammonia nicht nur den Zweier ohne Steuermann, sondern auch als Mitglied einer Renngemeinschaft junger Hamburger Ruderer den Achter. Auch in der nächsten Altersklasse (U19) fasste Michael schnell Fuß. Wieder mit Malte Großmann, mittlerweile sein fester Partner im Zweier ohne, gewann er in Litauen den Baltic-Cup, belegte bei den Deutschen Meisterschaften Platz zwei und holte darüber hinaus mit seinen Kollegen der Renngemeinschaft Nordost Silber im Achter. Über eine weitere Steigerung seiner Schützlinge durfte sich Vereinstrainer Felix Hoppe in diesem Jahr freuen. Trebbow/ Großmann verteidigten ihren Titel beim Baltic Cup, nahmen in Köln mit dem Gewinn der Deutschen U18-Meisterschaft die erste Hürde auf dem Weg zur WM und qualifizierten sich schließlich als Sieger der Ranglistenregatta auf der Dove-Elbe für das im litauischen Trakai auf dem Galve See stattfindende Topevent.
Favoriten besiegt
Während ihre Mitschüler die Sommerferien genießen konnten, absolvierten die beiden Ruderer eine knüppelharte Vorbereitung. Doch die Strapazen des vierwöchiges Trainingslagers in Berlin sollten sich auszahlen. Bei der U19-WM, den  „World Rowing Junior Championships“, war die junge Zweiercrew von Beginn an voll da. Nach Siegen in Vorlauf, Viertelfinale und Halbfinale winkte die zum Ziel gesetzte Medaille. Im Endlauf boten Michael Trebbow und Malte Großmann gegen die favorisierten Boote aus Griechenland und Slowenien eine bravouröse Leistung, übernahmen sofort die Führung. Bei 1500 Metern betrug ihr Vorsprung bereits vier Sekunden. Dann aber setzten die relativ weit zurückliegenden Griechen zum erwartet starken Endspurt an, doch konnte der Hamburger Zweier seinen härtesten Konkurrenten mit einer Bootslänge auf Distanz halten und den WM-Titel bejubeln, den 14 Jahre lang kein deutsches Boot mehr gewonnen hatte. „Ich habe nach dem Rennen zunächst gar nicht realisiert, dass wir in unserer Altersklasse die Besten der Welt sind“, erzählt Michael Trebbow, der mit seinem Partner eine der schnellsten jemals im U18-Bereich geruderten Zeiten auf der 2000 Meter langen Distanz erreichte (6:35,22min.). „Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl bei der Siegerehrung in der Mitte zu stehen und die Nationalhymne mit zu singen.“
Angebote aus den USA
Nicht schlecht staunten die beiden Weltmeister, dass sie noch während der Wettkämpfe via Facebook Anfragen der Yale University und der University of Washington erhielten, ob sie nicht Interesse hätten, in den USA zu studieren. Doch Michael Trebbow, der die 12. Klasse des Gymnasiums Ohl-
stedt besucht, will sich noch nicht festlegen: „Ich mache zwar nächstes Jahr Abitur, bin mir aber noch nicht ganz sicher, welchen beruflichen Weg ich einschlagen werde.“ Sportlich gesehen hat sich der 18-Jährige mit seinem Zweierpartner schon ein großes Ziel gesetzt, die Teilnahme an den U23-WM. „Ob wir uns später im Herrenbereich behaupten können, lässt sich heute schwer voraussagen“`, sagt Michael Trebbow. „Natürlich wäre es ein Traum, einmal bei Olympischen Spielen zu starten.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige