Zum zweiten Mal Jubiläumskönig

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Empfang der neuen Majestäten mit ihrem Gefolge vor dem Bezirksamt Wandsbek. Fotos: Hoyer

Hans-Dieter „Der Beharrliche“ regiert Wandsbek

Wandsbek. Mit der Proklamation des Schützenkönigs als Höhepunkt feierte die Wandsbeker Schützengilde von 1637 am vergangenen Wochenende ihr 375. Jubiläum. Zum neuen Herrscher von Wandsbek wurde Hans-Dieter Gerken ausgerufen, der 1987 schon einmal Jubiläumskönig geworden war. Zum Gefolge des neuen Regenten, der den Beinamen „Der Beharrliche“ trägt, gehören die beiden Ritter Jens Behrens und Wolfgang Gier.

73 Schuss
17 Schützenbrüder bewarben sich in diesem Jahr um die Königswürde, gaben im „Schießsportzentrum Peter Köpke“ am Hammer Weg insgesamt 73 Schuss aus einer Distanz von 50 Metern auf die im Durchmesser 40 Zentimeter große Scheibe ab, die das handbemalte Motiv einer Schneeeule zierte. Zwar stand der Sieger nach sechsstündigen Wettkampf fest, doch blieb dessen Name zunächst ein streng gehütetes Geheimnis. Am Sonnabend um 18 Uhr war es dann aber endlich soweit: Nach einem Tag Ungewissheit aller Beteiligten fanden im Festzelt auf dem Wandsbeker Marktplatz die voller Spannung erwarteten Proklamationsfeierlichkeiten statt, die Innensenator Michael Neumann und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhof mit Jubiläumsreden einleiteten. Als Petra Bruhn, die 1. Vorsitzende der WSG das Wort ergriff, stieg die Spannung auf den Siedepunkt. Mit dem traditionsreichen Satz: „Der König ist tot, es lebe der König“ rief sie um 20.12 Uhr Hans-Dieter Gerken (71) zum König aus. Mehr als 250 Schützen und Gäste brachen in Jubel aus. „Das war schon eine Überraschung, damit hatte ich nicht gerechnet“, zeigte sich der neue Regent überglücklich, der nur drei Schüsse auf die Scheibe abgegeben hatte. „Besonders freut mich, dass ich nach 1987 zum zweiten Mal Jubiläumskönig geworden bin.“ Ingrid, die Frau des neuen Herrschers, war zwar ebenfalls stolz, meinte aber mit einem Schmunzeln: „Jetzt ist mein Mann noch weniger Zuhause.“ Zur Seite stehen als 1. Ritter beziehungsweise 2. Ritter Jens Behrens (44) und Wolfgang Gier (52). Dem neuen Regenten, seit 1961 Mitglied der WSG, wurde die 13 Kilo schwere silberne Traditionskette umgehängt und der goldene, von der Hamburger Volksbank gesponserte Königsorden angesteckt. Karl-Heinz Steckel, der gerne zum vierten Mal König geworden wäre, was es in der WSG-Geschichte bisher noch nie gegeben hat, stiftete dem Herrscher wie seit vielen Jahren eine wertvolle
Kristallvase.

Die Königin
Auch die Damen schossen ihre Königin aus. Allerdings konnte die WSG-Vorsitzende die neue Herrscherin nicht ausrufen. Diese Ehre wurde Ronald Koslowski, dem 2. Vorsitzenden zuteil, da es sich bei der neuen Königin um Petra Bruhn selbst handelte, die sich nach 2002, 2007 und 2009 bereits zum vierten Mal zu Königsehren schoss. 1. Ritterin wurde Birgit Groth 2. Ritterin Marianne Rademacher. Beim Schießen auf die Ehrenscheibe der Könige, zu dem nur ehemalige Regenten antreten dürfen, setzte Stephan Grundmann den besten Treffer. Neuer Jugendkönig wurde Steffen Groth (17), dem Christopher Rasch (14) und Jon-Lukas Schierek (17) als Ritter zur Seite stehen.

Die Bürgerkönige
Auch in diesem Jahr hatten die Gildebrüder zu einem großen Bürgerschießen aufgerufen. Am Start waren 61 Teilnehmer. Wandsbeker Bürgerkönig 2012 wurde Harald Heinz Schmitz. Ihm zur Seite stehen die Ritter Matthias Weinold und Jan Merkel. Die neue Jugendbürgerkönigin heißt Chiara Karbasi.
Der dritte Tag begann mit der Abholung des Königs. 20 Schützenbrüder fanden sich um 10.30 Uhr beim neuen Herrscher in Rahlstedt ein. Nach einem kleinen Imbiss ging es zurück nach Wandsbek, wo der traditionelle Empfang im Bezirksamt Wandsbek auf dem Programm stand. Dessen Chef Thomas Ritzenhof übergab König Hans-Dieter Gerken in seinem Büro symbolisch die Amtsgeschäfte. Ein weiterer Höhepunkt folgte am Nachmittag mit dem großen Schützenummarsch, an dem nicht nur viele WSG-Mitglieder sondern auch Abordnungen 20 befreundeter Vereine teilnahmen. Von Polizei und Feuerwehr eskortiert, marschierte der 300 Personen zählende Zug durch die Schlossstraße, die Bärenallee, die Pappelallee zur Wandsbeker Chaussee und wieder zurück zum Marktplatz. Für den musikalische Rahmen sorgten dabei vier Spielmannszüge. Anschließend wurde im Festzelt eine neue Fahne der Wandsbeker Schützengilde geweiht. Mit dem traditionellen Katermahl klangen die Feierlichkeiten am Montagabend aus. (th)
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