150 Jahre Bugenhagenschulen in Hamburg

Wann? 20.09.2017

Wo? Alsterdorfer Markt, Alsterdorfer Markt, 22297 Hamburg DE
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Unterricht der Schule in den 1950er-Jahren Foto: Evangelische Stiftung Alsterdorf
Hamburg: Alsterdorfer Markt |

Das Festprogramm am Alsterdorfer Markt verspricht eine große Party mit „Radau“

Christian Hanke
Alsterdorf
Ein Festtag für alle Schüler der Bugenhagenschulen. Am Mittwoch, 20. September, feiern die Schulen den ganzen Nachmittag über ihr 150-jähriges Bestehen auf dem Alsterdorfer Markt. Beginnend mit einem Open-Air-Gottesdienst und bunten Darbietungen von Schülerinnen und Schülern werden Spiel- und Bewegungsstationen, Kinderschminken, Tattoos und Kutschfahrten angeboten. Die Künstler des Ateliers Lichtzeichen stellen eine Leinwand auf, die nach Herzenslust bemalt werden kann. Ab 16.30 Uhr spielt die Kinderrockband Radau.

Evangelisch, inklusiv, reformpädagogisch

Fünf Bugenhagenschulen wurden in Hamburg bereits gegründet, heute Stadtteilschulen unter der Prämisse evangelisch, inklusiv, reformpädagogisch. Hier wird auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder Wert gelegt, unterschiedliche Begabungen und Talente werden gefördert. Obwohl eine christlich-evangelische Gründung, sind die Bugenhagenschulen offen für Kinder aller Religionen. Die „Ur-Bugenhagenschule“ steht dabei auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Nazis den Schulbetrieb ein

Auf ihre Eröffnung bezieht sich das 150jährige Jubiläum. Gegründet von Pastor Matthias Sengelmann (1821-1899), dem Gründer der damaligen „Alsterdorfer Anstalten“, heute die Evangelische Stiftung Alsterdorf, war die Schule, die erst seit 1989 den Namen des Kirchen- und Schulreformers Johannes Bugenhagen, eines Weggefährten Martin Luthers, trägt, zunächst eine Schule für die Bewohner der damaligen „Anstalten“. Sengelmanns Auffassung von Bildungsfähigkeit war weit gefasst: Er unterrichtete Menschen mit geistiger Behinderung und beschäftigte sie in Werkstätten, Gärtnerei und Landwirtschaft. 1895-1920 leitete der führende Heilpädagoge seiner Zeit, Johannes Paul Gerhardt, die Schule, die er enttäuscht verließ, da sich zu seiner Amtszeit eine Abkehr von Bildung und Unterricht für die geistig behinderten Schülerinnen und Schüler zugunsten von medizinischen Behandlungs- und Heilmethoden durchsetzten, die im Dritten Reich tödliche Formen annahmen. Geistig Behinderte wurden als „lebensunwert“ ermordet. 1939 stellten die Nazis den Schulbetrieb ein.

Wiedereröffnung 1948

1948 wurde der Schulbetrieb provisorisch wieder aufgenommen und erst seit 1981 läuft er in einem Neubau wieder unter normalen Bedingungen. Nun für alle Kinder und Jugendlichen. 1989 war sie die erste Hamburger Grundschule mit Integrationsklassen, die 1995 auch im Gesamtschulbereich eingeführt wurden. 2007 begann der Aufbau einer gymnasialen Oberstufe.

Weitere Infos: Bugenhagenschulen
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