Schilder-Ärger im Stadtpark Hamburg

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Hier möchte Dirk Renning sein neues Schild aufstellen, aber in 2,70-Metern-Höhe. Derzeit weist ein provisorisches Schild auf sein „Café und Restaurant Parkvilla“ hin Foto: Hanke
 
Marc Altenburger hat Sierichs Biergarten bereits provisorisch geöffnet. Ende August soll alles fertig sein Foto: Hanke
Hamburg: Otto-Wels-Straße 6a |

Betreiber von Sierichs Biergarten und der Parkvilla brauchen diesen Sommer ein dickes Fell

Von Christian Hanke
Winterhude
Das Café und Restaurant Parkvilla im Stadtpark ist nur halb gefüllt. Es ist ein typischer Hamburger Sommertag, mit wechselhaftem Wetter. Es könnte voller sein, findet Inhaber Dirk Renning. Denn die meisten Gäste kommen zum Kaffeetrinken und Kuchenessen. So wie der Wegweiser des neuen Stadtpark-Leitsystem das Café auch ausweist. Mit einer Kaffeetasse. Das bedeutet Café. Doch Dirk Renning bietet auch Kräftiges an. Parkvilla ist auch ein Restaurant. Wegen der neuen Schilder ist Dirk Renning stinksauer auf das Bezirksamt Hamburg-Nord. „Viele Gäste kommen nach dem Mittagessen, trinken bei mir nur einen Kaffee. Sie wissen nicht, dass wir auch ein Restaurantbetrieb sind“, erzählt der erboste Gastronom. Ihn regt auf, dass es vor der Einrichtung des neuen Wegeleitsystems kein Gespräch mit den Gastronomen gab, sonst hätte das Bezirksamt gewusst, was Dirk Renning so alles anbietet.

Gastronom: „Ich habe es mit Theoretikern zu tun“

Das Hinweisschild ist nicht das einzige, was den Parkvilla-Wirt ärgert. Sein eigenes Schild, das auf das Café Parkvilla am Eingang in den Stadtpark an der Otto-Wels-Straße hinweist, darf Renning nicht in der Höhe und an der Stelle platzieren, wie er möchte. Es muss in den Maßen an das neue Leitsystem angepasst werden. Das gibt das Denkmalschutzamt in Abstimmung mit der Umweltbehörde vor. Der Stadtpark steht unter Denkmalschutz.
Renning möchte sein Schild in einer Höhe von 2,70 Metern aufstellen. Bezirks- und Denkmalschutzamt erlauben ihm aber nur eine Höhe von 2 Metern. Außerdem steht ein provisorisches Schild derzeit „in den Rhododendren“, findet Renning. Auf der anderen Seite des Eingangs unter dem neuen Wegweiser wäre ein viel besserer Platz. Die Ämter bemängeln, das Schild sei an beiden Seiten 2 cm zu breit. Mit Egbert Willing, dem Leiter des Managements des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Hamburg-Nord befindet sich Renning über seine Probleme „im Austausch“, aber insgesamt doch auch im „Kampf gegen die Bürokratie“. Sein Fazit: „Ich habe es mit Theoretikern zu tun“.

Schilderprobleme dank Behördenregeln

Ein Schilderproblem haben auch die neuesten Gastronomen im Stadtpark, Marc Altenburger und Thomas Jankowski, die seit Mitte Juli „Sierichs Biergarten“ neben dem Stadtparkbad betreiben, die Nachfolger von Schuhmachers Biergarten. Ihr eigenhändig ausgetauschter Schriftzug auf dem Schild von Biergarten und Freibad wurde bereits vom Bezirksamt als nicht zum neuen Leitsystem passend bemängelt. „Wir wussten von dem neuen System nichts. Denken aber, wir werden uns mit Bezirksamt einigen“, sagen die beiden, die nun endlich nach langem Streit des Vorbesitzers mit Bäderland (das Wochenblatt berichtete) den beliebten Biergarten mit 1.200 Plätzen zumindest provisorisch mit Bierwagen und Pavillon für Bratwurst und Pommes eröffnen konnten. Jetzt ist Sierichs Biergarten bei gutem Wetter geöffnet. Ende August, so hofft Altenburger, ist die gastronomische Einrichtung eingebaut. Dann will er seine preisgekrönten Burger anbieten. Und am 9. September erwartet die Besucher ein Highlight: Wenn die Rolling Stones am anderen Ufer des Stadtparksees spielen, wird die ganze Bäderland-Fläche für Gäste ohne Eintritt geöffnet, eine Riesen-Party im Rücken der Stones. (ch)

Weitere Infos: Café und Restaurant Parkvilla und Sierichs Biergarten

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