Winterhuder Korn-Manufaktur mit Preis geehrt

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Kai und Judith Elmendorf brennen seit zwei Jahren in Winterhude ihren Korn – abgefüllt wird der im Fass Hermann (hinten rechts) Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Alsterdorfer Straße 107 |

Kai und Judith Elmendorf führen Familientradition fort und brennen Bio-Schnaps aus alten Fässern

Von Nicole Kuchenbecker
Winterhude
Auf gut 65 Quadratmeter haben Adele, Bernhard, Charlotte, Elise und auch Fabian ihr zu Hause. Und nicht zu vergessen der große Hermann, dessen Anfangsbuchstabe auch ein Markenzeichen für einen ganz besonderen Kornbrand ist. Seit zwei Jahren gibt es eine kleine Korn-Manufaktur mitten im Herzen von Winterhude.

Korn aus Bio-Zutaten


Kai Elmendorf und seine Frau Judith (36) lassen an der Alsterdorfer Straße eine Familientradition weiterleben. Denn das Brennen von Korn hat in der Elmendorfer Familiengeschichte einen besonderen Stellenwert: Seit 328 Jahren widmet sich die Familie in neunter Generation der Spirituosen-Herstellung. „Wir stellen unseren Korn aus biologischen Zutaten her“, versichert Geschäftsführer Elmendorf, der auch für die Produktion verantwortlich ist. Von Berufswegen her nennt er sich Brenner und Destillateur, füllt per Hand aus dem großen Hermann-Fass den Korn nach einem Reifeprozess von sechs Monaten in die Flaschen ab. Wer gerade an den Schaufenstern des Wohnhauses vorbeikommt, darf gern reinkommen und zusehen, da sei man ganz offen, so der 45-Jährige weiter.

150 Liter pro Fass


Rund 150 Liter fasst ein Hermann-Fass. Das reicht für 900 Flaschen goldgelben „Korn H“ pro Jahr. Das „H“ steht für Hermann in der Kornbezeichnung, ein „A“ für Adele, ein weiteres Fass, das Kai Elmendorf „retten“ konnte. Ebenso wie Bernhard, Charlotte, Elise und Fabian; alles Fässer, in denen spezielle Kornbrände lagern. Als sich Judith und Kai Elmendorf entschlossen, in Winterhude eine Korn-Manufaktur zu eröffnen, retten sie die sechs Fässer aus der ehemaligen Produktionsstätte bei Bielefeld. Sie stammen aus den Jahren 1888 bis 1900, erzählt der Hamburger Kornproduzent weiter.

3000 Flaschen pro Jahr


Kai und Judith Elmendorf produzieren heute nur noch bis zu 3000 Flaschen pro Jahr; früher waren es Millionen. Doch mit dem Fall des Branntweinmonopols vor 16 Jahren wurde die Produktion drastisch reduziert. Dem Ehepaar gehe es heute um Nachhaltigkeit, versichern sie, Zucker oder künstliche Aromen haben nichts in ihrem Korn zu suchen. Stattdessen experimentieren sie derzeit an verschiedenen Geschmacksrichtungen – aber selbstverständlich natürlich. Jüngst wurde das Unternehmen mit dem German Design Award 2017 geehrt. Er zeichnet wegweisende Produkte, ihre Hersteller und Gestalter aus und wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages als Stiftung gegründet. „Wir sind sehr glücklich, dass unser Korn nicht nur bei Feinschmeckern gut ankommt, sondern auch optisch beeindruckt“, freut sich Kai Elmendorf.

Weitere Infos: Korn-Manufaktur Elmendorf
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