Ausstellungseröffnung

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Antje Feger und Benjamin Stumpf vor einem der Ausstellungsstücke, einer Wand mit historischen Fotografien und Schaubildern. Foto: hs

Antje Feger und Benjamin Stumpf zeigen ihre Arbeiten

Ahrensburg. „Under Palm Trees“ – bei diesem Titel der neuen Ausstellung im Marstall, die ab sofort eröffnet ist, denkt der Besucher zunächst an weißen Sandstrand, grüne Palmenblätter und blaues Meer, an Sonne und Urlaub. Mit diesen stereotypischen Assoziationen spielt das Künstlerpaar Antje Feger und Benjamin Stumpf in seiner Schau, in der sich die beiden Künstler durch verschiedene Installationen, Objekte und Bilder mit dem Thema des Kolonialismus und dessen damaliger Präsentation künstlerisch auseinandersetzen.
„Es ist eine Ausstellung über das Ausstellen“, erklärte der Kunsthistoriker Nico Anklam. Exemplarisch dafür ist das erste Stück der Ausstellung: in der Mitte des Raums befindet sich eine achteckige Vitrine, in der auf schwarzem Grund kleine Häufchen mit Zucker aufgeschüttet sind, die in Miniaturformat drei karibische Inseln zeigen sollen, auf denen durch Sklavenarbeit Zuckerrohr produziert wurde. Dieses Ausstellungsstück verweist somit direkt auf die Inspirationsquelle der Ausstellung: der Kaufmann und Besitzer des Ahrensburger Schlosses Heinrich Karl von Schimmelmann besaß im 18. Jahrhundert in den dänischen Kolonien in der Karibik große Zuckerrohr- und Baumwollplantagen, die durch Sklaven bewirtschaftet wurden und gelangte hierdurch zu großem Reichtum. Zudem zeigt sich in diesem Ausstellungsstück aber auch der Gedanke des Künstlerpaars, der dieser Ausstellung zu Grunde liegt: mit der Vitrine, die man sonst als Schaukasten aus Naturkunde-Museen kennt, wird auf die westliche Praxis des Ausstellens von anderen, fremden Kulturen verwiesen und somit das Ausstellen ausgestellt.
Verdeutlicht wird dies mit einem Zeitsprung innerhalb der Ausstellung vom 18. ins 20. Jahrhundert: Auf einem in Streifen geschnittenen Vorhang an der Stirnseite des Raumes ist ein altes Afrikapanorama des Tierparks Hagenbeck zu sehen, das exemplarisch für den westlichen, verklärten Blick auf Afrika Anfang des 20. Jahrhunderts steht und zugleich darauf verweist, wie damals im Tierpark Menschen anderer Völker wie Artefakte ausgestellt wurden.
Doch dem Künstlerpaar geht es nicht nur um den historischen Blick auf den Kolonialismus und seine lokale, regionale Auswirkungen für Ahrensburg, sondern auch um seine aktuelle Bedeutung, die in Form der Globalisierung bis in die Gegenwart reicht.
„Wir hoffen, dass sich die Besucher Zeit nehmen und die feinen Nuancen der Ausstellung aufgenommen werden“, so die Künstlerin Antje Feger.

Die Schau ist noch bis zum 11. November im Marstall zu sehen, der Eintritt ist kostenlos. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonnabend, 14 bis 17 Uhr und Sonntag, 11 bis 17 Uhr. (hs)
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