Claudius für alle

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Matthias Claudius lebte von 1740 bis 1815
 
Thomas Patzner und Dr. Inge Bernheiden bei den Vorbereitungen zum Vortrag über den Dichter Matthias Claudius Foto: stb

Ahrensburg: Vortrag zum 200. Todestag des Dichters

Von Stella Bandemer
Ahrensburg
Am Mittwoch, 21. Januar, jährt sich der Todestag des schleswig-holsteinischen Dichters Matthias Claudius zum 200. Mal. Dies nehmen die Germanistin Dr. Inge Bernheiden und der Historiker Dr. Carsten Walczok zum Anlass, alle Lyrik-Liebhaber in die Stadtbücherei (Manfred-Samusch-Straße 3) einzuladen. Los geht es um 19.30 Uhr. Anmeldung: 04102/771 71. Der Eintritt kostet 3 Euro.
Vorgetragen wird nicht nur das „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“), welches wohl bis heute eines der bekanntesten Volkslieder von Matthias Claudius ist. Geplant ist ein abwechslungsreicher Gedenkabend, der den Texten des norddeutschen Lyrikers wieder Leben einhauchen soll. Geplant ist ein Vortrag über das Leben des Dichters, der die Besucher in die Zeit von Anfang des 18. bis zum 19. Jahrhundert entführen soll. „Unser Ziel ist es, die Gäste für die Literatur und damit auch für die Geschichte zu begeistern“, meint die Lütjenseerin. Geklärt werden sollen Fragen: Wie hat es ausgesehen zu der Zeit? Welchen Herausforderungen hatte sich Claudius mit seiner Ehefrau im Alltag zu stellen? Welchen Stellenwert hatte der Glaube?

Auch für Laien spannend


Dabei sei es nicht wichtig, wie gut sich die Zuhörer mit lyrischen Texten auskennen. Auch für Einsteiger sei es problemlos, dem Vortrag zu folgen.
„Wir werden seine Gedichte mit seinem persönlichen Entwicklungsweg und den historischen Bedingungen verknüpfen“, erzählt die Literaturexpertin. Mittels Bildmaterial, beispielsweise von Wandsbek, wo Claudius größtenteils lebte und den Originaltexten.
„Mir ist es dabei wichtig, auch unbekannte Texte vorzustellen“, so Dr. Bernheiden. Seit 16 Jahren gibt die Freiberuflerin regelmäßig literarische Seminare, hält Vorträge und moderiert Diskussionen.
Ihr Vortrag in Ahrensburg sei eine Hommage an Claudius, sagt die Literaturwissenschaftlerin. Seit fünf Monaten ist sie mit der Recherche beschäftigt.
Was sie an dem Dichter fasziniert? „Dass er das Komplizierte einfach macht. Das macht ihn aus“, meint die Lütjenseerin. Allen großen Themen stelle sich Claudius in seinen volksliedhaften Gedichten, es ginge um Religion, Hunger, Glück, Tod und Liebe.
Thomas Patzner, Leiter der Stadtbücherei, war bereits bei den Proben für den Literaturabend dabei. „Mich fasziniert am meisten, wie gut die Referenten es schaffen, die Geschichte um die Gedichte erlebbar zu machen.“
Patzner und Bernheiden sind sich einig: Claudius Werke sind auch noch in hundert Jahren aktuell.

Karriere als Journalist



Matthias Claudius wurde am 15. August 1740 in Reinfeld geboren. Sein Vater war Pastor und auch Claudius begann ein Theologie-Studium, wechselte jedoch bald zu Rechts- und Kameralwissenschaften, heute als Staatswissenschaften bezeichnet. Ab 1768 arbeitete er als Journalist bei den „Hamburgischen Addreß-Comtoir-Nachrichten“. Ab 1771 redigierte er den „Wandsbecker Bothen“, eine vom Gutsherrn Baron Schimmelmann veranlasste Zeitung, die, durch die darin veröffentlichten Gedichte Claudius‘ unter dem Pseudonym „Asmus“, bekannt war. 1772 heiratete er die Wandsbeker Zimmermannstochter Rebekka Behn. Aus ihrer Ehe gingen zwölf Kinder hervor. Claudius gefühlvolle Lyrik ist der literarischen Epoche der Empfindsamkeit zuzuordnen.
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