Indische Weisheiten

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Jutta Gurjal in ihrem Zuhause mit ihrem Roman „Dungfeuer“ erschienen im Eigenverlag Foto: cs

Der Debütroman „Dungfeuer“ von Jutta Gurjal trägt autobiografische Züge

Bargteheide Eine indisch deutsche Familiensaga, eine Geschichte zwischen Tradition und Moderne, mit biografischen Zügen und viel kreativer Freiheit, all das ist „Dungfeuer“ – Ein Leben zwischen zwei Welten. Es ist das erste Buch der Bargteheiderin Jutta Gujral.
„Dungfeuer“ beschreibt Indien im Jahr 1947 und erzählt eine Familiengeschichte über drei Generationen. Die britische Kolonialmacht entlässt das Land in seine Unabhängigkeit, es herrschen Krieg und Chaos. Deepak, ein junger Inder flieht mit seiner Familie vor den blutigen Auseinandersetzungen, erst nach Dehli und später nach Deutschland. Dort trifft er auf Rita, die seine große Liebe wird. Ein Leben zwischen zwei Welten beginnt.
„Der Roman ist natürlich biografisch geprägt“, sagt Jutta Gujral. Auch sie verliebte sich in einen Inder, heiratete ihn, ohne vorher zu ahnen, was das für ihr Leben bedeuten würde. Seit 1967 ist sie mit ihrem Mann Darshan verheiratet, gemeinsam hat das Paar drei Kinder. Daraus ist ein Leben entstanden, das viele Kulturen und Traditionen miteinander vereint. Immer wieder integriert die Familie indische Weisheiten in ihren Alltag und regt so auch ihr Umfeld zum Nachdenken an.
„Tue Gutes und wirf es in den Brunnen“ sei ein Lieblingszitat ihres Mannes, was soviel bedeutet wie, „nicht jede gute Tat muss von Erfolg gekrönt werden, Hauptsache, sie wird getan“.
Es sind die Farben und Gerüche, die Liebenswürdigkeit und Offenheit der Menschen, die die 68-Jährige auf ihren jährlichen Reisen ins Heimatland ihres Mannes nachhaltig beeindruckt haben. In „Dungfeuer“ wird all dies spürbar. Diese Erlebnisse und Eindrücke für ihre Kinder zu erhalten, war Anstoß für die gelernte Übersetzerin, das Buch zu schreiben. Sie hat es ihren Kindern und ihrem Ehemann gewidmet. Dabei war die genaue Darstellung von Abläufen und Örtlichkeiten für Jutta Gujral besonders wichtig. Immer wieder bat sie ihren Mann, seine Erinnerungen aus seiner Kindheit und der Schulzeit zu schildern. Vikram, der Sohn ihres Romanhelden Deepak sucht im Laufe der Geschichte Rat bei einem Guru in einem Ashram. Auch er ist immer wieder auf der Suche nach der Vereinbarkeit zwischen unterschiedlichen Kulturen.
„Ich möchte damit das Gespräch um die Religionsphilosophie anstoßen“, sagt die Autorin. „Auch in Europa finden sich unterschiedliche Kulturen. Verständnis füreinander spielt dabei eine große Rolle. Was bedeutet es, sich fern der Heimat ein neues Zuhause zu schaffen? Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation ein wichtiges Thema“, so die Bargteheiderin. Eine Familie mit Wurzeln, deren Triebe in die Welt hinaus ragen. Ihre Tochter ist verheiratet und lebt in Italien und selbst dort finden sich unterschiedliche kulturelle Ansätze. Diese, sowie die Geschichte eines alten italienischen Gutshauses, das die Familie vor 20 Jahren gekauft und restauriert hat würden genügend Stoff für ein zweites Buch bieten. „Vielleicht wage ich dieses Jahr noch einen Anfang“, verrät Jutta Gujral. (cs)
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