Kulturring trotzt Krise

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Horst Gercke (Beisitzer, l.), Christa Schramm (Beisitzerin) und Manfred Kutsche (Vorsitzender) – in ihren Ämtern bestätigt und wiedergewählt - sind seit vielen Jahren ein eingeschworenes, gut funktionierendes Team Foto: cs

Neuer Vorstand will um Mitglieder werben

Bargteheide. „Es muss sich grundlegend etwas ändern, schließlich wollen wir in einigen Jahren noch das 50-jährige Bestehen des Kulturrings feiern“, so die eindringlichen Worte von Manfred Kutsche, Vorsitzender des Vereins bei der Jahreshauptversammlung. Gemeint sind nicht nur die rückläufigen Mitgliederzahlen, auch die Anerkennung seitens der Stadt und die Vergabe der heiß begehrten Wochenendtermine im Kleinen Theater führen zu Unmut im Vorstand.

„Die Zeiten, in denen wir nach 15 Minuten ausverkauft waren, sind leider vorbei“ Manfred Kutsche, Vorsitzender

Kutsche wünscht sich eine „verantwortungsbewusste und gleichberechtigte Belegungsvergabe“, schließlich seien hochkarätige Künstler oft nur an den Wochenenden zu bekommen. Nur wenn diese Termine im Angebot sind, könne man auch entsprechende Kartenpreise verlangen. Das Kulturmanagement des Kleinen Theaters, der Kinopächter sowie der Kulturring müssen sich mit ihren Veranstaltungen die attraktiven Wochenendtermine teilen. Kutsches Meinung nach „nicht gleichberechtigt“. „Wer 50 oder 60 Euro für Theaterkarten ausgibt, der möchte auch, dass das Rahmenprogramm stimmt. Dafür sind die Wochenenden nötig“, betont Kutsche. „Die Zeiten, in denen wir nach 15 Minuten ausverkauft waren, sind leider vorbei“, so der Vorsitzende. Daher sein Fazit: Die Attraktivität einer Mitgliedschaft fehle, wenn man sowieso immer Karten bekomme. Sicherlich ein Grund für die schrumpfende Mitgliederzahl. Zum Jahresbeginn waren es nur noch 313 zahlende Mitglieder, 46 sind 2012 ausgetreten und nur 12 neu dazugekommen. Und das, obwohl namhafte Künstler wie Helen Schneider, Sigmar Solbach oder Ron Williams zu Gast waren. Nicht nur die Künstlerhonorare schlagen zu Buche, auch die deutlich gestiegenen Aufführungskosten – u.a. durch professionelle Aufbauhelfer – sind in der Jahresbilanz erkennbar. Trotz der 4000-Euro-Bürgschaft durch die Stadt machte der Kulturring im vergangenen Jahr ein Minus von knapp 400 Euro. Doch der Elan des Vorstands – einstimmig im Amt bestätigt – ist ungebrochen. Mit Schnupper-Abos, günstigen Jugendkarten, einem vereinfachten Buchungsverfahren und einem attraktiven Programm für die Saison 2013/2014 will man dem Trend trotzen und beweisen, dass es sich lohne, in Kultur zu investieren. (cs)
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