Kunst im „Zwielicht“

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Michael Struck in seiner Ausstellung „Zwielicht“ Foto: Jenjahn

Michael Struck zeigt Ahrensburger Geschichte aus kritischer Perspektive

Von Olaf Jenjahn
Ahrensburg
Seit Freitag ist im Ahrensburger Marstall die Ausstellung „Zwielicht“ von Michael Struck zu sehen. Der Künstler setzt auf die Technik des „Abklatschverfahrens“ und erstellt von klaren Bildern so genannte Monotypen. „Oftmals beschleicht einen ein Gefühl des Ungenügend, denn aus einem scharfen Bild wird eine unscharfe Kopie“, sagt Kurator Dr. Martin Henatsch, der die Arbeiten des Künstlers seit geraumer Zeit verfolgt. „Michael Struck hat seine ganz eigene, sehr spannende Art einer Historienmalerei entwickelt“, fügt Henatsch hinzu. Inspiration für die Schau hat sich Michael Struck aus dem Ahrensburger Stadtarchiv geholt. „Ich habe mir viele Informationen aus der Historie angeeignet, habe tausende Fotos und unzählige Gigabytes angeschaut.“ Ausgestellt werden 67 Drucke und Ölbilder, die einen teils verstörenden Blick auf die Geschichte Ahrensburgs geben. Am Beginn der Ausstellung werden die Besucher von vier Reitern auf Pferden empfangen. „Dieses Bild fand ich im Archiv und es bot sich hervorragend als Einstieg in die Ausstellung an“, sagt Struck. Im weiteren Verlauf sind Bilder zu sehen, die das Thema Kolonialismus behandeln. Damit ist auch der Bogen zum Marstall geschlagen, der von Graf Heinrich Carl von Schimmelmann im Zuge des Schlossbaus errichtet wurde. Schimmelmann brachte es mit dem so genannten Atlantischen Dreieckshandel (Waffen, Sklaven, Zuckerrohr) zu erheblichen Reichtum. „Ich bin kein Historiker und möchte nichts bewerten. Aber ich kann dafür sorgen, dass die Betrachter meiner Bilder sich mit diesem Thema auseinandersetzen“, sagt Struck, der dann etwas provozierend hinzufügt: „Ich habe auch Porträts einiger Kolonialverbrecher ausgestellt. Die hätte ich bis in die heutige Zeit weiterführen können.“ Wichtig sei dem Künstler aber, dass nicht nur kritisiert, sondern auch eine gewisse Aufklärung betrieben werde. „Das ist eine inhaltsreiche Ausstellung, die sich sehr mit der Geschichte Ahrensburgs auseinandersetzt“, findet auch Dr. Katharina Schlüter, Leiterin Kunst & Kultur der SparkassenKulturstiftung Stormarn, die den Marstall betreut.

Die Ausstellung von Michael Struck ist noch bis zum 8. Mai im Ahrensburger Marstall zusehen. Mi., Sa., So, 11-17 Uhr. Eintritt frei.
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