Stormarn sagt Kulturpreis ab

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Sigrid Kuhlwein begründete die Entscheidung der Jury Foto: Fischer

Fotografen reagieren enttäuscht auf Absage. Jury sieht Kriterien nicht erfüllt

Von FinnFischer
Stormarn
Unter Stormarner Fotografen macht sich Enttäuschung breit. Eigentlich sollte in diesem Jahr der Kulturpreis in der Sparte „Fotografie“ vergeben werden – dotiert mit 3.000 Euro. Jetzt hat die Jury die Preisverleihung abgesagt. Aus qualitativen Gründen. „Meiner Meinung nach ist das eine Missachtung derer, die etwas eingereicht haben“, sagt die Stormarner Künstlerin Michaela „Emmi“ Wendland, die dem Aufruf des Kreises gefolgt und der Jury eine aufwendig produzierte Arbeit zugeschickt hatte: „Ich werde sicher nicht noch einmal teilnehmen.“ Sie ist nicht die Einzige, die über die Absage genervt sein dürfte. Sigrid Winkler aus Großensee: „Da das Thema für einen Fotowettbewerb ja schon sehr speziell ist, hätte ich großes Interesse daran doch weitere Arbeiten oder Ideen kennenzulernen. Es wäre doch schade, wenn alle Werke jetzt in der Versenkung verschwinden.“ Insgesamt wurden 40 Motive eingereicht, über die die Jury zu richten hatte. Über die Empfehlung der Jury zur Aussetzung des Kulturpreises entschied der Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreises. „Die Jury vertrat einhellig die Meinung, dass die Kriterien nicht erfüllt wurden“, sagt Ausschussvorsitzende Sigrid Kuhlwein. Über Einzelheiten zur Entscheidung machte sie keine näheren Angaben. Das Unterthema des Wettbewerbes lautete „Wie angewurzelt – Fotografie aus dem Bereich Natur“. Der Kulturpreis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Jugendkulturpreis ausgelobt, jedes Mal in einer anderen Sparte. 2014 wurde der Literatur-Kulturpreis vergeben. Künstlern soll damit eine Plattform geboten werden. „Schon in der Ausschreibung kam die Frage auf, ob wir überhaupt einen Preis in der Kategorie ‚Fotografie‘ vergeben sollten“, sagt Kulturreferentin Tanja Lütje. Es seien zu einem Großteil gute Fotografien gewesen, aber keine hätte die Kriterien in dem Maße erfüllt, als dass die Jury sie guten Gewissens zum Sieger küren können. „Wenn die Absage zu Enttäuschungen geführt hat, tut mir das natürlich leid.“ Vor der Absage gab es noch die Überlegungen, ob es eine andere Möglichkeit der Honorierung gibt, etwa die Auslobung geringerer und mehrerer Preisgelder. Doch Jury und Ausschuss entschieden sich dagegen. Die Aussetzung soll eine einmalige Sache sein. Im nächsten Jahr wird der Jugendkulturpreis wie gewohnt vergeben.
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