Wortakrobaten im Wettstreit

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Gewinner Michael Kühn (l) mit der „Ganztagsgans“ sowie die Finalisten Monika Mertens und Arne Poeck Foto: cs

Michael Kühn siegte beim Poetry Slam Bargteheide. Sein Preis: Eine „Ganztagsgans“ und Klarer

Von Christina Schlie
Bargteheide
Poetry ist Kunst und Kunst zu bewerten eigentlich nicht möglich. Trotzdem hat man genau dies in der vergangenen Woche in Bargteheide versucht, bereits zum sechsten Mal. So oft fand der Dichterwettstreit „Wort für Wort“ schon in Stormarns lebendiger Stadt statt.
Lyrisch, kritisch, wissenschaftlich und verspielt präsentierten sich die sieben Teilnehmer des Sprach-Wettstreits. Die Themen der literarischen Schlacht waren so vielfältig wie das Leben selbst: Vom grausamen Tod des eigenen Computers über Träume und Zwänge des Lebens, über die Schwere zu sagen „Ich liebe Dich“ bis hin zum Dadaistischen Gedicht mit dem Buchstaben „u“. Die Jury, fünf Besucher aus dem gut gefüllten Ganztagszentrum, verteilten die Punkte, im Finale entschied der Applaus den Sieger.
Für alle Poeten galten die gleichen Bedingungen, die Texte müssen selbstgeschrieben sein, es können keine Requisiten verwendet werden, niemand darf singen und jedem Teilnehmer stehen sechs Minuten zur Verfügung. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass der ein oder andere Teilnehmer seine Texte wie ein Gewehrfeuer abfeuerte.
Doch auch die leisen, nachdenklichen Texte der Poeten gefielen den Zuschauern.
„Ich bin zum ersten Mal auf einem Poetry Slam“, so Ute Schütte aus Delingsdorf. „Großartig, wie vielfältig die Gedichte und die Art der Präsentation ist.“
Auch die Schwestern Annika und Antonia Biesenthal waren beeindruckt. „Man bekommt eine ganz neue Sicht auf die Sprache“, sagte Annika Biesenthal, die in Stubben lebt. Tief beeindruckt hatte sie Poet Michel Kühn, der dann auch als Sieger die Bargteheider „Ganztagsgans“ und eine Flasche Korn mit nach Hause nehmen konnte. Den doch ungewöhnliche Preis haben sich Lennart Hamann und Niklas Klinger, die Initiatoren des Poerty Slams „Wort für Wort“, ausgedacht .
„Keine Location wird ein zweites Mal bespielt und der Preis steht in Verbindung zum Ort, wo der Slam stattfindet“, erklärt Hamann.
Logische Schlussfolgerung: Im Ganztagszentrum gibt es eine Ganztagsgans, wobei die Gans bei näherer Betrachtung eher eine Ente gewesen ist. Wer weiß, wo der nächste Slam stattfindet: Im Freibad, am Straßenrand oder in einer Waschanlage? Termine unter www.facebook.de, Stichwort: „Wort für Wort Bargteheide“
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