100 Fundsachen-Bieter auf dem Bauhof

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Claudia Gruber freut sich über zwei Paar neue Turnschuhe. Zahlreiche vergessene Kleidungsstücke wurden versteigert

Verloren und weiterverkauft: Fahrräder, Schmuck und Kleidung kamen unter den Hammer

Bad Oldesloe. „Es wundert mich immer wieder, wie viel und was die Leute verlieren und anschließend nicht abholen“, sagt Gabriele Jähnig vom Bürgerbüro.

Wer etwas verliert, sucht oft nicht mehr lange

Gemeinsam mit fünf weiteren Kollegen, allesamt bei der Stadt angestellt, sorgte sie für einen reibungslosen Ablauf der Fundsachenversteigerung Auf dem Oldesloer Bauhof am vergangenen Wochenende. Rund 70 Fahrräder, Modeschmuck und Uhren wurden auf dem Gelände am Sandkamp versteigert oder direkt verkauft. „Das hat sich alles innerhalb eines Jahres angesammelt“, so Jähnig. „Man hat das Gefühl, dass sich die Leute immer seltener auf die Suche nach ihren verlorenen Gegenständen machen. Da wird dann einfach neu gekauft.“

100 Bieter waren dabei

Ganz zur Freude der Schnäppchenjäger: Rund 100 Menschen ergriffen die Gelegenheit, das ein oder andere gute Geschäft zu machen. Auch Familie Salihu. „Uns wurden in der letzten Zeit zwei Fahrräder geklaut“, berichtet Menita Salihu, die sich gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn auf Schnäppchenjagd begab. Um nicht immer in nagelneue Räder investieren zu müssen, ersteigerten die Oldesloer gleich fünf Stück. „Dann ist es nicht so schlimm, wenn wieder eins wegkommt.“

Kleidungsstücke
fürs Sozialkaufhaus

Andere Bieter gaben sich mit einem Fahrrad zufrieden. Familie Tyrell war gekommen, einen Oldtimer zu ergattern. „Ich studiere in Köln. Da hätte ich für so ein Fahrrad wohl mindestens das Dreifache bezahlen müssen“, schätzt Lukas Tyrell, der ein Bike für
55 Euro ersteigerte.
Zehn Räder fanden keinen neuen Besitzer. Sie wandern wohl auf den Schrott. Die mitunter fast neuen Kleidungsstück und Schuhe werden noch dem Kinderheim und Sozialkaufhäusern angeboten. Wenn die Sachen auch dort keine Abnehmer finden, werden sie vernichtet.
Das Versteigerungs-Team zog aber ein positives Fazit: „Die Versteigerung ist super gelaufen. Alles war sehr ruhig und es gab kein Stress unter den Bietern“, so Horst Kühl, der, wenn er nicht gerade von einer Bühne aus Fahrräder verkauft, als Stadtgärtner angestellt ist.
Auch im nächsten Jahr wird er wohl wieder Dutzende Fahrräder und andere Dinge, deren Besitzer unbekannt sind und bei Polizei und Fundbüro abgegeben wurden, versteigern. (fnf)
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