125 Jahre Unterricht

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Die Klasse 2 a mit Schiefertafeln vor dem Smartboard – größer könnte der Kontrast nicht sein. Foto: cs

Emil-Nolde-Schule wird mehr als ein Jahrhundert alt

Von Christina Schlie
Bargteheide. Ein einzelnes Pult mit Tintenfass, Schiefertafeln, Züchtigung mit dem Rohrstock, Schule nur, wenn keine Erntezeit war und häufig nur für Jungen, Schulkleidung und Klassen mit über 70 Kindern – so war es 1887, als die heutige Emil-Nolde-Schule als Volksschule gegründet wurde.
Ungläubiges Staunen und zugleich Faszination lösen diese Geschichten von damals bei den heutigen Grundschülern aus.
Die älteste Schule Bargteheides feiert am kommenden Freitag ihr 125-jähriges Jubiläum. Anlass genug, zurück zu schauen und zu feiern. Mit einem bunten Programm, kurzen Festansprachen und Vorführungen doch vor allen Dingen Spielen von damals und heute soll am 28. September ab 15 Uhr kräftig gefeiert werden.
„Wir haben viel vorbereitet in den Klassen. Alte Spiele wie Stelzenlaufen, Kippel Kappel, ein Dosentelefon oder Gummitwist. Es gibt eine Ausstellung zur Geschichte der Schule und sogar einen Film“, erzählt Lehrerin und Medienbeauftragte Andrea Aust. Dank der Leihgaben aus dem Bargteheider Museum ist es sogar möglich, einen alten Klassenraum nachzustellen.
In 125 Jahren Schule hat sich einiges verändert und die Emil-Nolde-Schule hat mehrfach ihren Standort gewechselt. Begonnen hat alles dort, wo heute noch die Albert-Schweizer-Schule steht. Angegliedert an die Kirche war der Pastor als Schulinspektor eingesetzt, der das Züchtigungsbuch geführt und stetig überprüft hat. Einträge wie „… wurde mit dem Stock gezüchtigt, weil er mehrfach leise im Unterricht gepfiffen hat“ oder „… weil er seinem Nachbarn Tinte ins Gesicht spritze“ sind in dem Züchtigungsbuch überliefert. 1907 wurden in nur fünf Klassen 353 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.


Die guten Schüler vorne
Damals setzte man die Kinder so, dass die guten immer vorne, die schlechten Schüler in die hintersten Reihen verbannt wurden. Schönschreiben war ein Fach, das besonders streng benotet wurde. Die Spitzenjahrgänge an der Emil-Nolde-Schule waren 1948 mit 1040 Schülern und 1966 mit 27 Klassen und 824 Kindern. Mit dem Wachstum der Schule wurde abermals der Standort gewechselt - dahin, wo heute die Anne-Frank-Schule untergebracht ist. 1970 wurde aus der städtischen Grund- und Hauptschule endlich die Emil-Nolde-Schule.
Seit diesem Jahr ist die Schule erstmals eine reine Grundschule. Im Sommer haben die letzten Hauptschüler ihren Abschluss erfolgreich bestanden. Mit nur 183 Kindern und 12 Lehrern eine kleine Oase des Lernens. Mit Gisela Blankenburg als Schulleiterin hat in der langen Geschichte zum zweiten Mal eine Frau die Führung der Grundschule übernommen. Acht Schulleiter haben sich in 125 Jahren um die Leitung und Entwicklung der Emil-Nolde-Schule bemüht, nach 19 Jahren verabschiedete sich dieses Jahr Hein-Dirk Stünitz aus dem Schuldienst.
Der Blick nach vorn war schon immer Markenzeichen der Emil-Nolde-Schule, bemüht, mit modernen Entwicklungen und Fortschritt mitzuhalten. 2011 ist die Schule als erste Medienschule landesweit ausgezeichnet worden. Beamer, Smartboards, regelmäßiger Unterricht am PC, Programmierungskurse und Projektwochen sowie ein Medienpass für alle Kinder gehören zum Alltag an der Emil-Nolde-Schule. „Eine zusätzliche Stunde pro Woche widmen wir uns in den Klassen dem Thema Medien. Da werden Vorteile, Möglichkeiten aber auch Risiken besprochen“, freut sich die Medienbeauftragte Aust und betont, wie wichtig es schon für Grundschüler ist, den richtigen Umgang mit den Medien zu lernen. Nun wird erstmal gespielt mit Spielen von damals und heute. (cs)
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