125 Mal gespendet

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Schwester Constanze versorgt Angela Gilewski. Im Hintergrund : Tochter Claudia Bargmann und ihre Söhne Finn und Nico Foto: cs

„Familientradition“: Angela Gilewski hilft mit Blut

Von Christina Schlie
Bargteheide
Knapp 63 Liter Blut hat Angela Gilewski in ihrem Leben gespendet. Für ihre 125. Blutspende wurde die Elmenhorsterin jetzt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Stormarn geehrt. „Bei uns ist sie erst die zweite Frau, die so oft gespendet hat“, sagt Till Quint vom DRK. Während die 67-Jährige auf der Liege im Hilfszentrum am Alten Sportplatz 8 den obligatorischen halben Liter Blut spendet, wird nebenan ihre Tochter Claudia Bargmann für ihre Spende vorbereitet. DRK-Schwester Constanze schauen die beiden Brüder Finn (12) und Nico (10) interessiert über die Schulter. „Bei uns ist Blutspenden Familientradition“, so Quint. Die Selbstverständlichkeit, damit zu helfen, wird in dieser Familie gelebt.
Das sei leider nicht immer so, sagt Till Quint. Gerade in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen ist es oft schwierig, Spender zu finden. Familienplanung und die berufliche Karriere stehen in der Zeit im Vordergrund. Für Angela Gilewski gehört die Blutspende in den Jahresplan. Viermal im Jahr darf sie als Frau spenden, Männer bis zu sechs Mal. Dazu gekommen ist sie über ihren Mann.

DRK erhält 5,1 Millionen Blutspenden im Jahr


Das DRK deckt rund 75 Prozent des Blutbedarfs in Deutschland ab. Das entspricht 5,1 Millionen Blutspenden im Jahr. Alle Helfer tun dies ehrenamtlich.
Nach knapp 20 Minuten ist Angela Gilewski mit ihrer Blutspende fertig. Routiniert erhebt sie sich von der Liege. „Probleme hatte ich nur ein einziges Mal“, erinnert sich die Rentnerin. Da habe sie wohl davor zu wenig getrunken. Dem DRK ist sie seit Ende der 80er-Jahre eng verbunden. Für 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der Mitgliederverwaltung wurde sie erst vor kurzem ausgezeichnet. Die Spenden von Angela Gilewski und ihrer Tochter Claudia Bargmann sowie von allen anderen DRK-Spendern gehen noch am selben Tag zum DRK-Institut nach Lütjensee. Dort werden alle anonymisierten Blutkonserven in drei Labortests auf Krankheiten untersucht. „Wir bekommen innerhalb von 24 Stunden die Freigabe für eine Probe“, sagt Quint. Jede Spende wird in drei Bereiche unterteilt. Je nachdem um welchen Bestandteil es sich handelt, besteht eine unterschiedlich lange Haltbarkeit: rote Bestandteile sind 34 Tage haltbar, Blutplasma tief gefroren bis zu zwei Jahre und Trombozyten (Blutplättchen) nur fünf Tage. 700 Spenden werden pro Tag in Schleswig-Holstein und Hamburg benötigt.
Spenden können alle, zwischen 18 und 65 Jahren. Langjährige Helfer wie die Elmenhorsterin auch etwas länger. Eine ausführliche Anamnese vor Ort klärt weitere Ausschlusskriterien aus. „Man sollte ausreichend getrunken haben und etwas gegessen“, so der Tipp von Angela Gilewski.
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