6500 Kinder sind arm

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Christa Zeuke, Kreispräsidentin und Schirmherrin der Stormarner Kindertage (links) und Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes beim Stecken der blauen Fähnchen. Foto: hs

Fähnchenaktion macht auf Situation im Kreis aufmerksam

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. Von weitem sehen die 6500 blauen Fähnchen vor dem Schloss wie ein Blumenmeer aus, doch die Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Stormarn e.V., hat einen ernsten Hintergrund.
Unter dem Motto „Reiches Stormarn - Arme Kinder?“ soll damit auf Kinder aufmerksam gemacht werden, die im Kreis in Armut leben. Stellvertretend für jedes arme Kind in Stormarn hat der Deutsche Kinderschutzbund zum Weltkindertag am 20. September über 6500 Fähnchen auf die Grünfläche gesteckt.
Im Kreis leben über 3200 Kinder von Sozialgeld, hinzu kommen Kinder, die Transferleistungen wie zum Beispiel Wohngeld erhalten. Zählt man alle zusammen, sind es mehr als 6500 Jungen und Mädchen, die in einer Armutssituation leben müssen.
„In einem der reichsten Landkreise Deutschlands ist jedes sechste Kind arm,“ sagt Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes. Diese Kinder leiden häufig unter schlechterer Gesundheit als ihre Altergenossen. Dies liegt an unausgewogener Ernährung, zudem werden unter Bildungsbenachteiligung und fehlende soziale und kulturelle Teilhabe festgestellt.
„Wir müssen zu einem System kommen, in dem starke Schultern mehr tragen,“ so Ingo Loeding. Anlässlich der Stomarner Kindertage startete der Kinderschutzbund eine ganz besondere Aktion. Kreispräsidentin Christa Zeuke und Ingo Loeding trafen sich auf der Grünfläche vor dem Ahrensburger Schloss, um dort 6500 Fähnchen in die Erde zu stecken.
Jedes Fähnchen steht für ein Kind im Kreis, das unter Armut leidet. Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, dazu: „Wir brauchen einen Systemwechsel in unserem Land, damit Kinder nicht mehr von Armut betroffen sind.“
Erstmals 2004 wurde die Idee, mit einer Fähnchenaktion auf die hohe Zahl der von Armut betroffenen Kinder aufmerksam zu machen, umgesetzt.
Wie bereits im letzten Jahr ist der Ort hierfür wieder die Grasfläche vorm Ahrensburger Schloss. Dies unterstreiche die Diskrepanz zwischen der Armut der vielen Kinder in Stormarn einerseits und dem Reichtum Ahrensburgs und des Kreises Stormarn andererseits, so Ingo Loeding.
Ein wirklich eindrucksvolles Bild ergibt sich, denn kaum Jemandem werden diese Symbole entgehen. So viele Ahrensburger wie möglich sollen auf die Problematik im Kreis Stormarn aufmerksam gemacht werden. (hs)
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