Ärgernis: Einziges Stadt-WC kaputt

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WC am Bahnhof ist verunstaltet und verunreinigt

Bargteheide. Allzu ruhig ist es um das stille Örtchen am Bahnhof geworden. Die öffentliche Toilette am Parkhaus bei der Bahnstation ist seit August 2010 unzugänglich.
„Dieses WC ist wegen eines Vandalismusschadens vorläufig geschlossen“, ist auf einem Zettel an der Tür zu lesen. Der Hinweis der Stadtverwaltung ist sowohl für Einheimische als auch für Ortsunkundige eine Hiobsbotschaft. Ebenso unerfreulich ist der verdreckte Eingangsbereich des Toilettenhauses. Graffiti und achtlos weggeworfener Unrat trüben das Ortsbild nahe der Bahnstation. Darüber ärgern sich viele Bürger. War es doch das einzige Toilettenhäuschen in Bargteheide. Jetzt ist das WC verschlossen und verunstaltet. Wer beim Stadtbummel ein dringendes Bedürfnis verspürt, kann in Nöte geraten. Schließlich ist die öffentliche Toilette im Marktplatzbereich ebenfalls verriegelt. Viele Bargteheider ärgert es, dass es in der Innenstadt kein WC mehr gibt. Stattdessen wird
diese im Rahmen eines Kunstprojekts nun umgestaltet.
Zwar gibt es im Rathaus noch eine öffentliche Toilette. Diese ist allerdings nur zu den Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.
„Die öffentliche Toilette am Bahnhof ist schon seit rund zwei Jahren kaputt“, bemängelt Günter Wilhelm (77). „Die sanitären Anlagen in Bargteheide müssten unbedingt verbessert werden“, so der Rentner im Gespräch mit Passanten. „Wir brauchen mehr gepflegte sanitäre Anlagen“, spricht der Bargteheider so manchen aus der Seele.
Die Probleme sind den Verantwortlichen im Rathaus bekannt. „Wir sind bei diesem Thema sehr aktiv“, informiert Joachim Teschke, Abteilungsleiter für Gebäudewirtschaft. „Das Münz-WC am Bahnhof ist kaum benutzt worden.“ Dagegen hatte sich die Toilette zum Rückzugsort von Konsumenten harter Drogen entwickelt. Unliebsame Besucher hatten im WC sogar Fliesen ausgehölt. Mehrfach wurden dort Utensilien gefunden, die in der Drogenszene für illegalen Rauschmittelkonsum verwendet werden. „Zudem war der Bereich unter den Treppen war ein ,Angstraum’, weil nicht einsehbar“, weiß Joachim Teschke.
Die Einrichtung wurde vorwiegend von einem unangenehmen Klientel genutzt. Alkoholisierte und Drogensüchtige hielten sich häufig in der Nähe auf. Daher machten viele Bürger um die Bahnhofstoilette einen großen Bogen.
Versuche der Stadtverwaltung, die Missstände an der Bahnhofstoilette zu beheben, waren vergeblich. „Die Toilette war nicht beaufsichtigt.“ Die Idee, einem Gewerbetreibendem den Schlüssel als Aufsichtsperson zu übergeben, konnte nicht umgesetzt werden. Niemand erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.
Stattdessen soll die Lage im Stadtzentrum verbessert werden. Dafür hatte sich auch der Seniorenbeirat eingesetzt. Erste Schritte wurden inzwischen eingeleitet. Die Aktiven widmeten sich insbesondere den Zuständen im Stadthaus. Dabei ging es vorrangig um die selbst reinigende Toilette im Erdgeschoss. Die Einrichtung ist vor allem für die Marktbeschicker wichtig. „Aber auch diese Toilette wurde ständig zerstört. Als Lösung des Problems wird jetzt im Stadthaus eine zusätzliche behindertengerechte Toilette errichtet. Sie befindet sich im Rohbau und wird in den nächsten Wochen fertig“, so der Abteilungsleiter für Gebäudewirtschaft. „Außerdem gab es zum Thema eine Aktion von Gewerbetreibenden. Bei Bedarf sollten Personen ihre Toilette nutzen können.“ Für den Bahnhof in Bargteheide ist keine neue Toilette in Planung. „In jedem Zug gibt es mehrere Toiletten und Bargteheide ist kein Umsteigebahnhof“, sagte Joachim Teschke. (js)
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