Ahrensburg: Krebserregende Stoffe im Kunstrasen

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Bahnen von Kunstrasen vor der Verlegung Foto: Fischer

Die Sanierung wird für die Stadt jetzt um 100.000 Euro teurer

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Wer spart, muss im Zweifel später draufzahlen. So geht es jetzt der Stadt Ahrensburg. Das Granulat, das bei der Sanierung des Kunstrasenplatzes Verwendung finden sollte, beinhaltet krebserregende Stoffe (das Wochenblatt berichtete). Jetzt wird das Projekt fast 100.000 Euro teurer. Es geht um den Anteil an sogenannten Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK), die in Altreifengranulat (SBR) vorkommen und das häufig auf Kunstrasenplätzen verwendet wird. Eine Berichterstattung über möglicherweise krebserregende Kunstrasenplätze des niederländischen Fernsehens hatte auch hierzulande Besorgnis ausgelöst. Daraufhin ließ die Ahrensburger Stadtverwaltung vom Büro für Geologie und Umwelt (BGU) prüfen, ob das verwendete Granulat betroffen ist. Das stellte eine leichte Überschreitung der Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung fest. Möglicherweise bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Nach aktueller Rechtslage ist die PAK-Konzentration rechtlich zulässig. Allerdings empfiehlt selbst das Umweltministerium Schleswig-Holsteins, „möglichst unbelastetes Granulat“ zu verwenden. Nach der Prüfung hat die Verwaltung entschieden, das belastete Granulat nicht zu verwenden und mögliche Regressansprüche gegen die Sanierungsfirma zu prüfen. Die Mehrkosten – inklusive der 5.000 Euro für die BGU-Untersuchung – belaufen sich auf 91.500 Euro. Jetzt soll EPDM-Granulat aufgetragen werden. Ursprünglich sollte die Sanierung des zehn Jahre alten Platzes 350.000 Euro kosten. In vielen Stormarner Gemeinden wird mittlerweile auf künstlichem Rasen gespielt. Hier wird auf die niederländischen Ergebnisse gewartet. Karsten Tolle, Sprecher des Landesfußballverbandes: „Wenn sich eine für Spieler gesundheitsgefährdende Situation ergeben sollte, werden wir reagieren, die Vereine informieren und betroffene Plätze im Zweifel auch sperren.“

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