Ahrensburg: Taschen aus Heldenstoff

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Projektpark-Geschäftsführer Thomas Wetzel, die Mitarbeiter Jan Schremer und Christian Schacht, Gemeindewehrführer Jürgen Stahmer, Bürgermeister Michael Sarach und Projektleiter Jörn Baasner (von links) Foto: Fischer

Hier bekommt alte Feuerwehrkleidung eine neue Bestimmung

Von Finn Fischer

Sie sind robust und schick- doch das Besondere ist ihr Material. Unter der Marke „Handic@pp“ fertigt die Firma Projektpark GmbH gemeinsam mit den Stormarner Werkstätten Umhängetaschen, Handy- und iPad-Hüllen aus Feuerwehrjacken.

„Uns war von Anfang an klar, dass wir was mit Textilien machen wollen“, erinnert sich Geschäftsführer Thomas Wetzel an die ersten Schritte vor ein paar Jahren. Gemeinsam mit der Behindertenwerkstatt in Bad Oldesloe wurde seit Frühjahr 2011 ein Konzept erarbeitet – und schließlich umgesetzt: Accessoires aus „Heldenstoff“. So bezeichnet Wetzel den Rohstoff für die Endprodukte, die von einem achtköpfigen Team der Stormarner Werkstätten gefertigt werden.

„Die Feuerwehrjacken waren in Einsätzen. Da stecken Emotionen drin, in ihnen wurden Leben gerettet“, sagt Thomas Wetzel. In der Regel werden die ausrangierten Textilien der Feuerwehren entsorgt, dürfen nur unter strengen Vorlagen verkauft oder weitergegeben werden. Schließlich darf nicht jeder mit einer Feuerwehrjacke rumlaufen. Die Freiwillige Feuerwehr Ahrensburg spendete dem Projekt nun 120 alte Einsatzgarnituren – mit dem Segen der Stadtverwaltung. „Das ist eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen“, sagt Bürgermeister Michael Sarach. Das Projekt ist auf derartige Zuwendungen angewiesen. Ihren „Heldenstoff“ beziehen sie von Feuerwehren aus ganz Norddeutschland. „Wir sind sogar einmal nach Berlin gefahren und haben dort alte Kleidung bei der Berufsfeuerwehr abgeholt“, so Werkstätten-Produktionsleiter Jörn Baasner. Die Projektpark GmbH hat bereits Erfahrung auf dem Gebiet. So wirkte die Ahrensburger Firma etwa bei der Entstehung des Labels „SantaFu“ mit. Bei diesem Projekt entwickeln Strafgefangene aus der Hamburger Justizvollzugsanstalt T-Shirts und Taschen. Ein Teil des Erlöses kommt dem „Weissen Ring“ und der Kriminalitätsopfer-Arbeit zugute.

Auch bei „Handic@pp“ geht es um ein höheres Ziel: Die Eingliederung vom Behinderten in die Gesellschaft mit sinnvoller Arbeit. Einige der Mitarbeiter waren am gesamten Entstehungsprozess der Marke und der Produkte beteiligt. Der Erlös wird fair aufgeteilt. Im vergangenen Jahr wurden rund 1.200 Handytaschen verkauft. Und es werden immer neue Produkte entwickelt. Neben Handy- und Tablet-Taschen, Schlüsselanhängern und Stift-Rollen gibt es nun auch Umhängetaschen für Frauen und Männer – natürlich auch aus Heldenstoff.

Weitere Informationen unter www.handicapp.de
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