Alles neu in Ahrensburg?

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Ahrensburgs Stadtplanerin Claudia Dappen: „Umstritten wie immer in dieser Stadt ist der Rathausplatz“ Foto: fnf
 
In verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeiteten Ahrensburger Pläne für eine schönere Innenstadt Foto: fnf

Stadtplanung wird mit Bürgern diskutiert. Rathausplatz bleibt umstritten

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Schöner wohnen und das für 21 Millionen Euro: Diese Summe erhält Ahrensburg in den nächsten 15 Jahren aus dem Städtebauförderprogramm der Landesregierung. Mit der Finanzspritze soll die historisch gewachsene Innenstadt auf Vordermann gebracht werden. Und das – so hat sich die Stadtverwaltung entschieden – mit einer breiten Bürgerbeteiligung. Bei einem Jugendworkshop brüteten die jungen Ahrensburger über Stadtplänen, setzen Prioritäten bei der Verteilung der Finanzmittel und brachten viele Ideen und Visionen zu Papier. Jetzt starteten die mit der Erarbeitung des Innenstadtkonzeptes beauftragten Stadtplaner vom Büro BPW baumgart+partner eine weitere Bürgerwerkstatt.
„Hier gab es die Möglichkeit, sich intensiv mit konkreten Maßnahmenvorschlägen für die Innenstadt zu befassen. Wir werden alles lückenlos dokumentieren und umsetzbare, in den Arbeitsgruppen erarbeitete Punkte in das Konzept einarbeiten“, so Frank Schlegelmilch von BPW Baumgart+partner. „Wir haben viele Punkte gesehen, in denen es auch unter den Arbeitsgruppen viele Übereinstimmungen hab, aber auch ein paar Uneinigkeiten.“
Die Schwerpunkte bei der Bürgerwerkstatt: Verbindung von Schloss und Gutshof, neue Wohnangebote, Gestaltung der vielfältigen Plätze und Freizeitflächen, Verbesserung der Barrierefreiheit, Verkehrslenkung, Freizeit- und Kulturangebote.

Wie soll Areal rund ums Schloss aussehen?


Zentrales Thema etwa: Das Gebiet um das Ahrensburger Schloss. Maja Fischer (BPW): „Hier ist die Arbeitsgruppe zu dem Schluss gekommen, dass die Stadt den alten Speicher erwerben sollte. Möglicherweise auch erstmal, ohne fünf oder sechs Millionen Euro für eine Sanierung in die Hand zu nehmen.“ Der Alte Gutshof ist prädestiniert als Künstlerhaus, für Gewerbe, Kunst und Handwerk, Proberäume für Jugendliche könnten dort eingerichtet werden. Am Schlosspark sollte der Verkehr entlastet werden, auch im südlichen Bereich könnte ein Park entstehen.
Am Eingang zur Innenstadt könnte der Alte Markt überplant werden. Dieser war beim Jugendworkshop vor drei Wochen mangels Attraktionen fast gänzlich ungeachtet geblieben. Die Ideen hier: Eine attraktive Freiraumgestaltung mit mehr Grün, Gastronomie als Magnet, um das Gelände zu beleben, und eine klare Struktur.
Während sich dort schnell einige Verbesserungsvorschläge fanden, gestaltete sich die Diskussion um das Rathausumfeld schon schwieriger. „Umstritten wie immer in dieser Stadt ist der Rathausplatz“, so Stadtplanerin Claudia Dappen. Konsens in der Arbeitsgruppe war, dass es dort keine Bebauung geben soll. Die Gestaltung des Platzes könnte über einen Wettbewerb vorangetrieben werden. Die Parkplätze könnten gestrichen werden. Uneinig waren sich die Bürger, die sich an der Ideenfindung beteiligten, auch bei der Frage nach einem Kino. „Das wurde lang und heiß diskutiert, eine Einigung gab es nicht“, so Stadtplanerin Melanie Roos, die die Gruppe „Erlebnis Innenstadt“ betreute. Auch die Frage, ob es einen großen Elektrofachmarkt in der Innenstadt geben sollte, habe nicht final geklärt werden können.

Konzept bis MItte 2016


Wie auch schon seit Jahren die politischen Gremien, beschäftigte auch den Arbeitskreis die Frage nach neuem Wohnraum in zentraler Lage. „Da bietet sich ein Gewerbegrundstück im Bereich Alte Kate an“, so Frank Schlegelmilch. „Hier könnten Wohnungen entstehen, möglicherweise durch eine Genossenschaft.“
Die Stadtplaner nahmen an diesem Abend viele Ideen und Wünsche der Ahrensburger mit. Diese werden nun genaustens ausgewertet und zusammengetragen. Eine Dokumentation soll in den nächsten Wochen auf der Stadtseite (www.ahrensburg.de) einsehbar sein. Das Konzept soll bis Mitte des nächsten Jahres stehen. Ein grober Zeitrahmen für die Umsetzung ist 2030.
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