Als Landfrau auf El Hierro

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Sabin Rathjen und ihr Lebensgefährte Kiko Foto: fp

Ammersbekerin fand auf der kanarischen Insel ihr Lebensglück

Ammersbek/El Hierro Wenn die Sonne über dem atlantischen Ozean aufgeht, beginnt auch der Tag von Sabine Rathjen. Denn ihre Ziegen haben Hunger. Geschickt wirft sie mit der Forke Berge von Grünzeug über den Holzzaun, während ihr eine der Hofkatzen um die Beine streift.
Die Stormarnerin lebt seit über zehn Jahren auf der kanarischen Insel El Hierro, welche die kleinste der sieben großen Eilande westlich von Afrika ist. Aus der Milch ihrer Ziegen bereitet sie Käse, wovon sie den größten Teil für sich verwendet.
„Selbstversorgung hat bei mir einen sehr hohen Stellenwert“, sagt die 53-Jährige und streicht sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Schon als Kind wollte ich auf einem Bauernhof mit vielen Tieren leben.“
Reichtümer sind auf der kleinen Finca nicht zu erwirtschaften. Die Aussteigerin bessert ihr Einkommen mit physiotherapeutischen Behandlungen und der Vermietung ihrer beiden Ferienhäuser (www.finca-la-paz.com) auf.

Traumhaftes Klima


2001 verbrachte Sabine Rathjen erstmals ihren Urlaub auf El Hierro. Die Natur der Insel habe sie sofort fasziniert. Die Physiotherapeutin konnte nicht genug bekommen von der bizarren Vulkanlandschaft, mit gleichzeitig mildem Klima und Temperaturen, die ganzjährig bei etwa 20 Grad Celsius liegen.
Schon 2002 war sie wieder auf El Hierro und gönnte sich ein halbes Jahr Auszeit, in dem sie auf einem Gnadenhof für Esel arbeitete. Heute lebt die Stormarnerin in Guaranzoca, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Kiko.
Das Frühaufstehen bereite der 53 Jahre alten Aussteigerin keine Probleme: „Meine Tiere sind jeden Tag als erste dran“, sagt Sabine Rahtjen. Anders als in ihrer Heimat, wo es im Februar gegen 6 Uhr morgens noch dunkel ist und es oft regnet, kann die Norddeutsche in El Hierro schon morgens im T-Shirt raus.
Nach einem schnellen Frühstück macht sich Sabine Rathjen mit Richard, einem freiwilligen Helfer der Organisation World Wide Opportunities on Organic Farms (WWOOF), der die Deutsche unterstützt, auf zu einem Berghang nahe ihrer Farm, um Futter für den nächsten Tag zu schneiden und Land für einen Biogarten mit Gemüse und Kräutern vorzubereiten.
Ihre Woche ist von früh bis spät abends arbeitsreich. Trotzdem ist Sabine Rathjen glücklich auf El Hierro und hat ihren Ausstieg nie bereut. „Meine Ansprüche sind nicht groß“, meint die Deutsche.“ Hier auf der Insel erfülle ich mir den Traum, mich unabhängig zu versorgen. Wenn in wenigen Wochen ihr Biogarten fertig ist, sei die Aussteigerin ihrem Traum wieder ein wenig näher gekommen. Bald kann sie dann Gurken, Tomaten und Zucchini ernten aus eigenem Anbau ernten. (fp)
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