Ammersbek: Wolf auf Jagd gesichtet?

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Jörn Uecker zeigt, wie groß das Tier ungefähr gewesen ist Foto: Grell

Wildes Tier mit grau-braunem Fell soll über einen Meter groß gewesen sein

Von Karen Grell
Ammersbek
Der Wolf in Stormarn – eine Geschichte, die keinesfalls ein Märchen ist. Jetzt scheint wieder ein Tier gesichtet worden zu sein. Als Jörn Uecker am vergangenen Sonnabend mit dem Auto von Ahrensburg kommend in den Bünningstedter Feldweg einbiegt, laufen ihm plötzlich mehrere Rehe vor das Fahrzeug. „Das ist nicht das erste Mal, dass hier im ländlichen Raum ein Reh vor mir über die Straße läuft“, erzählt er. Doch diese Situation hatte der Diplomingenieur so noch nicht erlebt: „Die Tiere waren eindeutig in einer Paniksituation“. Als kurz darauf noch einmal ein Reh fast die Kühlerhaube des Wagens berührte, wusste Jörn Uecker, der mit seiner Frau im Auto saß, dass irgendetwas nicht stimmte. „Weil der Gepäckraum unseres Autos schwer beladen war, konnte ich nicht durch die Heckscheibe schauen. Im Rückspiegel sah ich ihn dann aber.“ Jörn Uecker ist sicher, einen Wolf gesehen zu haben. Er verlangsamte die Fahrt, um das Tier genauer beobachten zu können. „Für einen Schäferhund hatte er zu lange Beine, sein Fell war grau-braun und zottelig zerzaust und vorn an der Schnauze hatte er eine weiße Prägung“, schildert er seine Beobachtungen. Gleich zuhause angekommen, verständigte er den Koordinator für Wolfsbetreuung in Schleswig-Holstein, Jens Matzen. In einem vorgefertigten Protokoll zur Sichtbeobachtung der Tiere, genannt „Monitoring Wolf“, trug der Ammersbeker alle geforderten Angaben ein. Gefragt wurde darin nicht nur nach Größe und genauem Aussehen des Tieres, sondern auch nach Tageszeit und Ort, an dem der vermeintliche Wolf gesichtet wurde.
„Wir als Wolfsexperten behandeln diese Sichtung zunächst als Hinweis und gehen dann zusammen mit dem Wehrförster Jan Malskat der Information nach. Vielleicht werden dann weitere Hinweise gefunden. Es kann aber auch sein, dass es sich um eine Verwechslung mit einem Schäferhund oder Wolfshund handelt. Sicher sein kann man sich dabei nie. Wichtig aber ist, in Sachen Wolf immer im Gespräch zu sein, um keine Verunsicherung bei den Anwohnern aufkommen zu lassen. In dem Bereich, der von Jörn Uecker angegeben wurde, ist bisher kein Wolf gesichtet worden“, sagt Jens Matzen.

Keine Gefahr für Menschen


Grundsätzlich bestehe für Menschen keine Gefahr, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Und dennoch machen sich Jörn Uecker und seine Familie jetzt Gedanken, denn auch das eigene Enkelkind ist oft mit der Oma im Wald unterwegs zum Stöcke sammeln. „Wir haben schon einen Reh-Zaun um unser Grundstück gezogen, weil hier so viele Tiere im Garten standen, vielleicht auch ein Grund für den Wolf, sich hier anzunähern. Die Angst, die doch in gewisser Weise besteht, lasse sich eben einfach nicht verstecken“, sagt Jörn Uecker .
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