Ampelwaage erleichtert das Abwiegen

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Sophie aus der Kräuterwerkstatt der Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft wiegt mit der Spezialwaage getrocknete Apfelringe ab. Grünes Licht signalisiert ihr: Die Tüte hat das richtige Gewicht Foto: Jenjahn

Hermann Jülich Werkgemeinschaft: Spezialwaage macht die Arbeit im Kräutergarten für Menschen mit Behinderung einfacher

Von Olaf Jenjahn
Hamfelde
In der Kräuterwerkstatt der Hermann Jülich Werkgemeinschaft herrscht emsige Betriebsamkeit. Der Duft von Anis liegt in der Luft, die Mitarbeiter schütten Kräutermischungen oder Apfelringe in Tüten, wiegen diese ab und geben die Produkte weiter zum Verschließen. Seit einigen Wochen ist in der Kräuterwerkstatt ein neues Arbeitsmittel zu finden. Die Waage zum Abmessen des Gewichtes ist mit einer Lampe gekoppelt, die wahlweise in Rot, Gelb oder Grün aufleuchtet. Erscheint die Farbe Gelb, ist das zuvor eingegebene Gewicht noch nicht erreicht. Rot signalisiert, dass der Füllstand überschritten ist. Ist das Gewicht erreicht, leuchtet die grüne Lampe. Für die Abläufe in der Kräuterwerkstatt ist diese Spezialwaage eine große Erleichterung. „Die Farberkennung bei der Abfüllung ist sehr hilfreich für uns. Wir können nun mehr Mitarbeiter mit diesen Arbeiten betrauen“, sagt Ulrich Smets, der als Sozialtherapeut die Gruppe der 14 Menschen mit Behinderung betreut. „Die Waage eignet sich besonders für Mitarbeiter, die nicht lesen können beziehungsweise kein oder nur ein schwaches Zahlenverständnis haben“. Für die Menschen mit Behinderung, die nun an der Waage arbeiten können, bedeutet diese Tätigkeit die Stärkung des Selbstbewusstseins sowie ein sehr großes Erfolgserlebnis bei der Eingliederung in den Arbeitsprozess der Werkgemeinschaft. Die Idee, diese Spezialwaage anzuschaffen, bestand in Hamfelde schon seit geraumer Zeit. „Wir wussten, dass es diese Waage gibt, die Anschaffung aber mit einigen Kosten verbunden ist“, sagt Smets. Fast 1.000 Euro mussten für das Spezialgerät der Firma Waagen Schmitt aus Hamburg berappt werden. „Wir haben uns an der Aktion 30.000 Euro für 30 tolle Projekte der Sparkasse Holstein beteiligt, kamen allerdings im Online-Voting nicht auf die nötige Stimmanzahl“, erzählt Anke Brammen, Werkstattleitung in Hamfelde. Kurze Zeit später erhielt die Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft dann einen Anruf der Sparkasse. „Offensichtlich gefiel das Projekt den Entscheidern und wir erhielte so 500 Euro aus dem Sonderfond Lossparen. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut“, führte Anke Brammen weiter aus. In der Kräuterwerkstatt werden Kräutermischungen und -Tees verarbeitet und abgefüllt. Die Kräuter stammen aus eigenem Anbau, der Gartenbetrieb in Hamfelde arbeitet nach Demeter-Richtlinien. Von der Bodenbereitung, dem Säen und Ernten, der Weiterverarbeitung bis zur Verpackung fallen somit für die hier tätigen Menschen die unterschiedlichsten Arbeitsgänge an. Im Frühjahr im Freien und bei schlechtem Wetter in der duftenden Werkstatt, bietet der „Kräutergarten“ ein abwechslungsreiches und interessantes Arbeitsfeld.
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