Anwohner protestieren

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Klaus Jaeger macht darauf aufmerksam, dass die Erschütterungen am „Buckel“ die Fassaden der Häuser zerstören. Foto: rh

30er-Zone soll in Zone-50 umgewandelt werden

Reinfeld. Eine Anwohnerinitiative wehrt sich gegen Tempo 50 in der Wohnstraße Neuhöfer Straße, die nach Willen der Verkehrsaufsicht Stormarn mit Tempo 50 zur Durchgangsstraße von der B 75 zur L 71 (Ahrensböker Straße) werden soll.
Noch ist dort Tempo 30, doch nicht mehr lange. „Wir sind erschüttert“, „Sicherer Schulweg“ oder „Wohnstraße statt Durchgangsstraße“ steht auf den knallroten Schildern in den Vorgärten. Die Bürgerinitiative, fordert aufgrund der Lärmbelästigung und der Gefahr für die Schulkinder weiterhin Tempo 30. Ganz zu schweigen von den Erschütterungen, denen die 100 Jahre alten Fassaden der Häuser täglich ausgesetzt sind.
„Von einem sicheren Schulweg kann bei Tempo 50 sicherlich nicht mehr die Rede sein“, warnt Klaus Jaeger, der sich über die gut sichtbaren Risse in seiner Hausfassade ärgert. Diese werden von der Aufpflasterung (Puffer) ausgelöst, über die vor allem der Schwerlastverkehr donnert. Kaum ein Autofahrer würde sich, so Anwohner Jürgen Peemöller, an das Tempolimit halten. Bei Tempo 50 würden die Kraftfahrer nur noch schneller fahren.

Normaler Zebrastreifen

„Wir würden es gut finden, wenn statt des „Buckels“ ein ganz normaler Zebrastreifen mit einem Blinklicht entstehen würde“, sagt Jaeger. Die Hoffnungen der Initiative wurden von Landrat Klaus Plöger herbe enttäuscht. Dieser bedauerte es zwar sehr, den Anwohnern und auch der Stadtverwaltung keine besseren Nachrichten bringen zu können, wies aber darauf hin, dass Tempo 50 durch eine neue Gesetzgebung zwingend geboten sei. Er sieht in einer Klage die einzige Möglichkeit, sich zu wehren. Ob diese erfolgreich sein könne, stellte er jedoch in Frage. Er schlug den Reinfelder Stadtverordneten vor, sich mit ihrem Anliegen an das Land zu wenden.
Jürgen Peemöller regte an, das im Grundgesetz verankerte Recht auf Unversehrtheit mit ins Spiel zu bringen. „Wir müssen andere Wege gehen und alle Rechtsmöglichkeiten prüfen“, meinte Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt weiter. Bürgerinitiative und Stadt wollen nicht aufgeben und überlegen weitere Schritte. (rh)
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