Applaus für einen Streitbaren

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Helgo Matthias Haak bei der Neujahrsansprache in der Ahrensburger Schlosskirche Foto: stb

Pastor Helgo Matthias Haak predigt wieder. Am Neujahrstag sorgte er für eine volle Schlosskirche

Von Stella Bandemer
Ahrensburg
Die Schlosskirche hatte sich am Neujahrstag schnell gefüllt. Alle Bänke waren besetzt, als die Glocken zu läuten begannen. Der Raum war mit Hunderten von Kerzen beleuchtet, die Stimmung feierlich.
Erstmals nach Aufhebung seiner Suspendierung predigte Helgo Matthias Haak wieder in der Schlosskirche. Unter dem Motto „Lichterkirche“ eröffnete der Pastor mit seiner Frau Isolde Kaiser-Haak den Gottesdienst.

„Ich freue mich auf die Gemeindearbeit“ Helgo M. Haak

„Ich freue mich auf die Gemeindearbeit mit Ihnen zusammen im neuen Jahr“, sagt er. „Ich finde, es ist an der Zeit, mal wieder etwas aufzubauen.“ Auch Neuigkeiten konnte der Theologe verkünden. Sein Kollege Holger Weißmann wird ebenfalls in die Ahrensburger Gemeinde zurückkehren.
Ein langer kräftiger Applaus folgte. Freia Quaß, die den Gottesdienst mit gestaltete, sagt: „Wir haben lange darauf warten müssen. Ich freue mich sehr, dass Sie wieder da sind.“ Damit sprach die Ahrensburgerin aus, was viele Gemeindemitglieder fühlten.

Mehr Solidarität und Nächstenliebe


„Ich möchte einfach nur danke sagen und wir wollen versuchen, gemeinsam christlich zu leben und uns dabei nicht beirren zu lassen“, erklärte Haak.
In seiner aktuellen Neujahrs-predigt forderte Haak mehr Gemeinschaft, Solidarität, ein stärkeres Miteinander und Nächstenliebe. „Ich wünsche uns allen, dass wir dieses neue Jahr als Geschenk Gottes annehmen und den Mut haben, es voller Zuversicht zu gestalten“, sprach Haak von der Kanzel aus. Seine Worte klangen nach Aufbruchsstimmung und neuer Kraft. Besonders in kirchlichen Kreisen sei es leider häufig so, dass Konflikte vermieden werden, erklärte er die Geschehnisse der vergangenen Monate. „Es soll ja möglichst christlich friedlich unter uns zugehen. Aber wenn wir Konflikte nur vermeiden, so bleiben sie dennoch vorhanden. Und das macht das Miteinander nur noch schwieriger.“
Nach längerer Krankheit war Helgo M. Haak mehrere Monate suspendiert. In dieser Zeit versuchten er und der Kirchengemeinderat mit Hilfe eines Mediatoren zusammen zu finden. Es ging um eine Lösung bezüglich des vom Kirchengemeinderat beantragten Ungedeihlichkeitsverfahren. Die Mediation endete ergebnislos. Doch Haaks Suspendierung wurde aufgehoben. Dass er nun wieder da ist, sei Ergebnis eines langen Kampfes und „eine Art der Demonstration“, wie Haak selbst sagt. Seit 22 Jahren ist der Theologe in Ahrensburg im Dienst.

„Vergib deinen Feinden, aber vergiss ihre Namen nicht“ Helgo M. Haak

Haak beendete seine Predigt markant, indem er ein russisches Sprichwort zitierte, das ihm gefiel. „Vergib deinen Feinden, aber vergiss ihre Namen nicht“, sagte er.
Lange dauerte es an diesem Donnerstag, bis alle Besucher die Kirche wieder verlassen hatten. Viele wollten ein paar persönlich Worte mit Helgo Haak wechseln, ihm ihre Freude mitteilen und, dass sie hoffen, dass er bleibt.
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