Aufruf zum Mitnehmen

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Gisela Bojer (v.l.), Dorina Hartmann, Martina Afheld, Vira Sprott und Marion Gurlit zeigen Plakate und Brötchentüten, die auf den Aktionstag hinweisen Foto: fnf

Brötchen-Tüten-Aktion gegen Gewalt an Frauen. Infostände auf Märkten

Von Finn Fischer
StorMarn Die Opfer häuslicher Gewalt können sich oft über Jahre nicht von ihrem Peiniger lösen, aus Liebe oder Abhängigkeit. Mit Kampagnen wie „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ wollen Beratungsstellen sensibilisieren, diesmal am Mittwoch, 25. November, dem internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Noch bis vor 13 Jahren konnte die Polizei einen Gewalttäter, etwa einen Ehemann, der seine Frau geschlagen hat, nicht aus der Wohnung verweisen. Das änderte sich mit der Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes, das 2002 in Kraft getreten ist. Doch noch immer bleiben viele Gewalttaten unentdeckt. „Unser Frauenhaus war im letzten Jahr eigentlich immer voll belegt, die Beratungszahlen nehmen stetig zu“, sagt Vira Sprotte, Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle Bad Oldesloe. Einerseits positiv: Immer mehr betroffene Frauen suchen sich Hilfe, brechen aus ihrem Martyrium aus. Andererseits zeigt es natürlich, dass häusliche Gewalt noch immer ein großes Thema ist. Im vergangenen Jahr betreute die Frauenberatungsstelle in Bad Oldesloe insgesamt 108 Fälle häuslicher Gewalt, 87 davon wurden von der Polizei nach Einsätzen übermittelt. Weitere 48 Frauen nahmen nach sexuellen Übergriffen eigenständig Beratungsangebote wahr. Es ist wohl nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist groß. Mit Aufklärung versuchen Gleichstellungsbeauftragte und Hilfsorganisationen wie „Frauen helfen Frauen Stormarn“ und das KIK-Netzwerk die Tabuisierung häuslicher Gewalt zu durchbrechen und die Opfer für Hilfsangebote empfänglich zu machen. Am 25. November nehmen die Stormarner Initiatoren gemeinsam mit mehreren Bäckern aus der Region erneut an der landesweiten Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ teil. „Wir möchten damit auch Nachbarn und Freunde erreichen und das Bewusstsein für das Unrecht stärken“, sagt Gisela Bojer vom KIK-Netzwerk gegen häusliche Gewalt. Am Mittwoch, 25. November, 10 bis 12 Uhr, startet die Aktion mit einem Infostand auf dem Bad Oldesloer Wochenmarkt. „Sechs bis acht Wochen lang sind die Tüten dann im Umlauf. Sie sind auffällig und sicher eine gute Alternative zur herkömmlichen Visitenkarte“, findet Bäckerei-Mitarbeiterin Martina Afheld. Vor Ort ist auch die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Marion Gurlit.

Weitere Termine:
Mittwoch, 25. November, 11 bis 12.30 Uhr, am Rondeel in Ahrensburg. Freitag, 27. November, von 15 bis 17 Uhr auf dem Wochenmarkt in Bargteheide. Die Brötchentüten mit Hotline (08000 116 016) und Infos werden über die teilnehmenden Bäcker verteilt. weitere Infos:Frauen helfen Frauen
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