Aufruhr in der Sankt Johanneskirche

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Die Zukunft des Gemeindehauses ist unklar. Probst Hans-Jürgen Buhl nimmt dazu Stellung. Fotos: hfr

Gemeindehaus und Pastorat sollen verkauft werden, Mitglieder protestieren

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. Eigentlich ist der Advent eine besinnliche Zeit. Doch diese wollte sich in der St. Johanneskirche in den letzten Wochen nicht einstellen. Grund: Der Kirchengemeinderat plant, das Gemeindehaus und das Pastorat zu verkaufen und möglicherweise abzureißen. Verantwortlich hierfür ist ein strukturelles Defizit von 110.000 Euro. Die Gebäude seien marode, finanzielle Reserven gebe es keine. Auf seiner Sitzung am 22. Januar will der Kirchengemeinderat über die Zukunft der Gebäude entscheiden.
Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben den Chorbeirat und den Freundeskreis der Kirchenmusik jetzt dazu bewogen, sich in einem offenen Brief an den Kirchengemeinderat zu wenden. Nicht nur der Chor, der das Gemeindehaus für Proben nutzt, wäre von einem Verkauf betroffen, auch andere Gruppen wie Konfirmanden, das Orchester, die JoKids oder der SeniorInnenkreis müssten sich eine neue Unterkunft suchen. Der Chorbeirat und der Freundeskreis der Kirchenmusik kritisieren den Umgang mit dem Thema.
„Der Chorbeirat wurde am 1. Advent durch Pastor Paschen informiert“, sagt Monika Robinson, Vorsitzende des Chorbeirats. Und sie wirft dem Kirchengemeinderat vor: „Man hätte allen Mitgliedern der Kirche mitteilen müssen, dass es Probleme gibt.“
Dann hätte man vielleicht gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung finden können. Mit dem offenen Brief soll deshalb die Kommunikation zwischen Gemeinde und Kirchengemeinderat angeregt werden. Die Initiative aus Chorbeirat und dem Freundeskreis der Kirchenmusik will erreichen, dass der Beschluss um drei Monate verschoben wird. „Um neu mit der Diskussion auf breiter Basis beginnen zu können“, erläutert Monika Robinson. Die Initiative plant, Flyer an die Gemeinde zu verteilen, um die Mitglieder über die Geschehnisse zu informieren und zum Protest aufzurufen. Außerdem sollen Unterschriften gesammelt werden, um eine außerordentliche Gemeinderatssitzung einberufen zu können. Monika Robinsons schlimmste Befürchtung: „Wenn das Gemeindehaus abgerissen wird, wird vielleicht auch die Kirche aufgelöst.“
Propst, Hans-Jürgen Buhl, nimmt Stellung zum offenen Brief: „Es ist wichtig und richtig, große Entscheidungen, die in einer unserer Kirchengemeinden zu fällen sind, möglichst auf breiter Basis zu diskutieren“, sagt er. „Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass die Kirchengemeindeordnung die Hauptverantwortung beim Kirchengemeinderat sieht.“
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