Backen wie in der Türkei

Anzeige
Sie haben noch viele Lagen vor sich: Ramazan und Ayse Öncü beim Bau des neuen Lehmofens Foto: fnf

Kurdische Gemeinde in Oldesloe baut neuen Lehmofen

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Es duftet nach Holz und frischem Brot. In dem Gemeinschaftsgarten hinter der Jugendprojektwerkstatt wird nicht nur Obst und Gemüse angebaut. Dort steht auch ein Unterstand mit zwei Lehmöfen, davor Ayse Öncü. Sie ist Teil der kurdischen Gemeinde in Bad Oldesloe und hat sich gemeinsam mit anderen Frauen den Wunsch erfüllt, zu backen wie in der alten Heimat.
Einer der beiden traditionellen Öfen, die auch Tenur genannt werden, ist kürzlich kaputt gegangen. Der wird jetzt in Eigenregie ersetzt. „Viel Arbeit ist das, so einen Tenur zu bauen“, versichert Ayse Öncü. Lage für Lage wächst der runde Ofen, der an ein riesiges Wespennest erinnert, in die Höhe. Ganz im Sinne des Gemeinschaftsgedankens, der auch sonst die Grundlage des interkulturellen Gartens darstellt, ist sie nicht alleine bei der anstrengenden Arbeit. Hilfe bekommt sie von zwei weiteren kurdischen Frauen und auch von ihrem Mann Ramazan Öncü. „Wenn die Wand des Ofens fertig ist, muss er noch sechs bis sieben Monate trocknen“, erklärt er. In der Türkei gehe das viel schneller. Dort wäre der Ofen innerhalb von ein oder zwei Wochen komplett durchgetrocknet. Die Witterung ist im übrigen auch ein Grund, dass der alte Tenur ersetzt werden muss. Das mitunter sehr feuchte Wetter macht dem Lehm, der mit Ziegenhaaren oder hier mangels Alternative mit Pferdehaaren stabilisiert wird, stark zu schaffen.Es ist anstrengend einen neuen Lehmofen zu bauen, aber das wird durch die vielen helfenden Hände wieder wett gemacht.
„Wenn der Ofen dann im Frühjahr fertig ist, müssen wir ihn noch aus dem Schuppen an seinen Platz schaffen. Sieben Leute sind dafür notwendig“, so Ramazan Öncü. Natürlich müsse man auch dann noch sehr vorsichtig sein, da der Lehm leicht auseinanderbrechen könnte. Bis dahin ist es noch eine lange Zeit. Aber die Kurdinnen müssen dennoch nicht auf ihr frisches Fladenbrot verzichten.
Einer der beiden Öfen funktioniert noch, ganz zur Freude der passionierten Bäckerin Ayse Öncü. Denn wenn sie einmal angefangen hat zu backen, kann sie kaum wieder aufhören. (fnf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige