Badespaß in Storman, aber sicher

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Beliebtes Stormarner Freizeitziel im Sommer: Der Bredenbeker Teich in Ammersbek Foto: Bandemer
 
Nicole und Torsten Gebauer haben immer ein wachsames Auge auf Tochter Hannah am Strand Foto: Bandemer

Mehr Kinder müssen schwimmen lernen – Erwachsene oft zu leichtsinnig

Von Stella Bandemer
Ahrensburg
Die Menschen in Stormarn stehen immer noch unter dem traurigen Eindruck des Badeunfalls in Hoisdorf. Dort kam vor einer Woche ein zweijähriger Junge ums Leben, weil er im Lichtensee ertrank. Wie es zu dem tragischen Unglück kommen konnte, wird derzeit noch untersucht. Torsten und Nicole Gebauer (beide 37) aus Hamburg waren mit Tochter Hannah (1,5) am Wochenende am Seebad Bredenbeker Teich in Ammersbek anzutreffen: „Auf Kinder sollte man beim Baden immer ein Auge haben, selbst wenn es hier eine Badeaufsicht geben würde. Besonders bei Kleinkindern, die noch nicht schwimmen können, wie unsere anderthalbjährige Tochter Hannah. Es reicht ja sogar eine Pfütze, dass Kinder darin ertrinken. Ich, als jahrelanger Schwimmer, fühle mich sicher. Vor allem, wenn man in Bereichen bleibt, die belebt sind. Die Badestelle mit abgesperrtem Nichtschwimmerbereich am Bredenbeker Teich empfinde ich als sicher“, sagt Papa Torsten. Laut einer Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist Ertrinken eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. Beim Baden sind aber nicht nur Kinder gefährdet. Angaben der Lebensretter zufolge sind etwa 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle vermeidbar. Die häufigsten Ursachen seien Leichtsinn, Übermut, schlechte Schwimmfähigkeit, Selbstüberschätzung und Unkenntnis über mögliche Gefahren sowie Alkohol. Die Studie der DLRG fand auch heraus, dass jeder zweite Viertklässler nicht sicher schwimmen kann. „Kinder sollten möglichst früh mit dem Eintrittsalter für die Grundschule anfangen, schwimmen zu lernen“, sagt Ingo Loeding, Geschäftsführer vom Deutschen Kinderschutzbund des Kreisverbands Stormarn. Die Aktion „Schleswig-Holstein lernt schwimmen“ von Kinderschutzbund, DLRG und Radio Schleswig-Holstein (R.SH) möchte mit Spendengeldern Schwimmkurse und Fahrten für Grundschulen organisieren, denen selbst kein Schwimmbad in ihrer Nähe zur Verfügung steht. Die Ammersbekerin Judith Schubert (39) ist mit den Kindern Lilia (9) und Max (4) regelmäßig am Bredenbeker Teich. „Ich lasse vor allem meinen vierjährigen Sohn Max nicht aus den Augen. Meine ältere Tochter Lilia kann schon alleine schwimmen. Für Max gibt es noch Schwimmflügel. Mal ein Nickerchen machen oder so etwas geht da natürlich nicht. Es ist die Aufgabe der Eltern, auf ihre Kinder zu schauen, nicht aufs Handy. Das gilt für beide Fälle, ob mit oder ohne eine Badeaufsicht“, sagt die Mutter.

Info:
Die DLRG rät zur Vorsicht und liefert nützliche Tipps, die für sicheres Baden wichtig sind:
• Kinder nie aus den Augen lassen, immer in Griffweite sein. Auf Luftmatratzen oder Gummitieren können Kinder leicht abtreiben
• Nicht übermütig werden, sich nicht überschätzen
• Örtliche Notrufmöglichkeiten erfragen und sich nach Gefahrenquellen bei unbekannten Gewässern erkundigen
• An bewachten Badestellen schwimmen gehen und Warnhinweise beachten
• Nur an ausgewiesenen Sprungmöglichkeiten ins Wasser springen, Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein
• Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen. Es besteht Lebensgefahr
• Bad in Flüssen mit Strömungen, Sogwirkungen und Fahrrinnen sind besonders gefährlich durch unkalkulierbare Risiken
• An europäischen Meeren können Gezeiten und nicht erkennbare Strömungen und Unterströmungen sowie ablandige Winde auch gute Schwimmer ernsthaft gefährden
• Nicht unmittelbar nach dem Essen baden und vor dem Baden keinen Alkohol verzehren
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