Bargfeld-Stegen setzt auf Bürgerwerkstatt

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Mehr als 100 Einwohner beteiligten sich an der Bürgerwerkstatt Foto: Schlie
 
Florian Unger beteiligte sich aktiv an der Ortskerndiskussion Foto: Schlie

Für ein neues Ortskern-Konzept holt sich die Gemeinde die Unterstützung ihrer Einwohner

Von Christina Schlie
Bargfeld-Stegen
Die Gemeinde Bargfeld-Stegen hat ein Ortskernentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Nach einer Bestandsaufnahme über die Ist-Situation und einer Analyse der Stärken und Schwächen der Gemeinde im September dieses Jahres folgte nun der zweite Schritt. Eine Bürgerwerkstatt. „Hier kommen die Experten des Dorfes, nämlich die Menschen die hier leben, zu Wort und äußern ihre Ideen“, so Eva Müller-Meernach, Diplom-Ingenieurin für Raum- und Umweltplanung und Moderatorin der Bürgerwerkstatt. Sie ist ebenfalls mit der Konzepterstellung beauftragt. 110 Bargfeld-Stegener waren zur Bürgerwerkstatt gekommen, um sich an der Ideenfindung zu beteiligen. Größtes Thema des Abends war die fehlende Nahversorgung. Das „Markt-Treff-Konzept“ des Landes Schleswig-Holstein könnte diese Lücke schließen. „Markt Treffs“ sichern die Nahversorgung und verbinden soziales und kommunikatives Engagement. Die Idee gleicht dem früheren Tante-Emma-Laden, erklärt Bürgermeister Andreas Gerckens (CDU). Das Konzept gliedert sich in drei Säulen: Grundversorgung, Dienstleistung und Treffpunkt. Auch bereits bestehende Gewerke könnten in die Planungen integriert werden und sogar finanziell davon profitieren. Denkbar wären neben einem Supermarkt ein Bäcker, ein Blumenladen und die Post. Das Land fördert das Markt-Treff-Konzept mit bis zu 750.000 Euro. Dabei unterliegt es strengen Auflagen. In der Regel entstehen die Markt Treffs in strukturschwachen Gegenden. Im Kreis Stormarn gibt es bislang noch keinen Markt Treff. Bargfeld-Stegen hat damit eine Vorreiterfunktion. Gerckens sieht gute Förder-Chancen für Bargfeld-Stegen. Doch der „Markt Treff“ ist nur ein Teil des Ortskernentwicklungskonzeptes. 22.000 Euro hat die Gemeinde in ihrem Haushalt 2016/2017 für das Ortskernentwicklungskonzept eingeplant. Svenja Behnke wünscht sich eine bessere Beleuchtung der Straßen nach Mitternacht. Jens Thomä plädiert für eine „Tramper Bank“, auf denen Menschen Platz nehmen, die als Anhalter mitgenommen werden wollen, denn der Busverkehr im Ort ist zu manchen Zeiten schlecht. Unterteilt in die sechs Kategorien Kinder und Jugend, Senioren, Gesundheit- Nahversorgung und Soziales, Ortsbild und Grünflächen, Kultur-Freizeit-Sport sowie Verkehr und Mobilität waren die Bürger in der Bürgerwerkstatt nach ihren Meinungen gefragt. „Bitte werden Sie konkret“, regte Müller-Meernach zum Mitmachen an. Von der Pommes-Bude, der Verkehrsberuhigung im Ortskern, zusätzlichen Parkmöglichkeiten bis hin zu einem Wochenmarkt, die Anregungen aus der Bevölkerung waren vielfältig. „Alle Ideen gilt es nun zu bündeln“, sagte die Raum- und Umweltplanerin am Ende der Veranstaltung. Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt wird sie in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 23. November vorstellen. Bis dahin wird auch festgelegt, welche Themen vertieft werden sollen. Im Januar starten die ersten runden Tische, zur Konkretisierung der Vorschläge. Ziel ist es, das Ortskernentwicklungskonzept bis April 2017 fertiggestellt zu haben, so Gerckens.
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