Begleiter auf dem Lebensweg

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Nele (8) und ihr Bruder Marcel (9) freuten sich beim Tag der Wegbegleiter über den Besuch von Lehrerin Maren Peterson Foto: Fischer

Nele und Marcel leben im Kinderhaus St. Josef. Ihre Lehrerin ist ihre Vertraute

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe. Als Nele und ihr Bruder Marcel ihre Lehrerin fragten, ob die 57-Jährige sie mal zu Hause besuchen kommt, sagte Maren Peterson sofort zu. Denn dies war kein normaler Hausbesuch. Die achtjährige Nele und ihr ein Jahr älterer Bruder leben seit drei Jahren im Kinder- und Jugendhaus St. Josef.
Im Rahmen seines 111-jährigen Bestehens startete das Heim den „Tag der Wegbegleiter“. Maren Peterson ist so ein Wegbegleiter für das Geschwisterpaar. Diese Helfer nehmen in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eine wichtige Rolle ein und stehen den Pädagogen des Hauses oft auch beratend zur Seite.
„Kinder brauchen
Aufmerksamkeit“
Für Maren Petersen, sie unterrichtet seit 13 Jahren an der Klaus-Groth-Schule, war es selbstverständlich, an dem Tag ihre Schützlinge zu besuchen: „Wenn die Kinder mich einladen, dann komme ich. Das ist doch klar“, sagte die Mathe-Lehrerin. Sie ist nicht das erste Mal in dem Heim im Norden Bad Oldesloes. Schüler aus dem Kinder- und Jugendhaus, so die 57-Jährige, bräuchten außerhalb des Unterrichts besondere Aufmerksamkeit.
„Die Kinder haben viele Bezugspersonen außerhalb des Hauses. Das sind nicht nur die Lehrer sondern auch Trainer aus Sportvereinen oder Bezugspersonen aus der Gemeinde“, erklärt Kinderhaus-Gesamtleiterin Birgit Brauer.
Entscheidung, ob die
Kinder nach Hause dürfen
Die Lehrer nehmen allerdings eine besondere Rolle ein. Sie sind auch bei den Hilfeplangesprächen, an denen Heimleitung, Jugendamt und Eltern teilnehmen, anwesend. Dort entscheidet sich, ob die jungen Bewohner wieder nach Hause können.
„Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, sowohl von der Entwicklung der Kinder als auch von der Situation in der Familie“, erklärt Birgit Brauer.
In der Einrichtung sind die Kinder und Jugendlichen in Gruppen eingegliedert, deren Zusammensetzung sich nach der Altersklasse richtet. Dort sind die wichtigsten Bezugspersonen die angestellten Pädagogen. Einer davon ist Tobias Schelske. „Ich habe schon vorher mit Jugendlichen gearbeitet“, sagt der Erzieher, der in der „Barbara-Gruppe“ Kinder im Alter zwischen vier und 14 Jahren betreut. „Man ist sehr in das Leben und in die Entwicklung der Kinder eingebunden. Das macht sehr viel Freude“, so Schelske.
Conny Wuckasch ist bereits seit 19 Jahren Betreuerin im Kinder und Jugendhaus St. Josef: „Es ist schön, sich mit den Kindern zu beschäftigen und sie auf die Zukunft vorzubereiten.“
Den Pädagogen und auch der Leitung ist es wichtig, ihre Schützlinge nicht nur zu verwahren. Bei jeder Gelegenheit sollen die jungen Bewohner in die Prozesse eingebunden und an Entscheidungen beteiligt werden.
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