Bereit zum „Anglühen“

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Mirko Stoll an der Seifenpresse Foto: Jenjahn

Auftakt bei der „Linauer Oldtimer Gemeinschaft“

Von Olaf Jenjahn
Linau
Wer von der „Linauer Oldtimer Gemeinschaft“ (L.O.G.) hört, denkt zuerst an schicke Fahrzeuge aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. „Die Enttäuschung ist etwas groß, wenn der Besucher nur landwirtschaftliches Gerät zu sehen bekommt“, schmunzelt Mirko Stoll. Doch tauchen die Besucher etwas tiefer in das Vereinsleben ein, faszinieren sie die Schätze, die die Gemeinschaft zusammengetragen hat. Noch ist es rund um das Vereinsgelände am Linauer Busch ruhig. Vogelgezwitscher ist zu vernehmen, ab und zu fährt ein Traktor die Straße entlang. Am 24. April, wenn hier das traditionelle „Anglühen“, der Start der L.O.G. in die Saison, durchgeführt wird, ist es vorbei mit der Idylle. „Im vergangenen Jahr hatten wir zum zehnjährigen Bestehen fast 300 Aussteller und gut 2.500 Besucher“, erzählt Stoll, der als erster Vorsitzender fungiert. Mitglieder und Oldtimerfreunde aus Vereinen von umliegenden Orten wie Altengamme, Bad Segeberg oder Mölln verfrachten ihre sehenswerten alten Fahrzeuge und stellen sie in Linau aus. Der Name ist dem Anglühen des Ackerschleppers Lanz Bulldog entnommen, bei dem der Glühkopf mit einer Lötlampe angeglüht und dann das Fahrzeug gestartet werden konnte. Die L.O.G. öffnet zum „Anglühen“ auch das vereinseigene Museum, in dem es eine Menge faszinierender technischer, landwirtschaftlicher und handwerklicher Dinge aus der Vergangenheit zu bestaunen gibt. Neben einfachen alten landwirtschaftlichen Geräten wie Dreschflegel, Sägen oder Hämmern sind auch Zentrifugen, Butterfässer oder Milchkühler zu sehen. „Ein Besucher schenkte uns eine Seifenpresse, die noch bis in die 1990-er Jahre genutzt wurde“, erzählt Mirko Stoll. Ein weiterer Höhepunkt ist ein „Knochenbrecher“, der an der Wand befestigt ist. „Damit wurden früher die Knochen der Hühner gebrochen, damit man an das Mark herankam“, erzählt der Vorsitzende. Herzstück der viele hundert Exponate umfassenden Ausstellung aber ist der Transmissionsantrieb, der von den Mitgliedern der L.O.G. derzeit restauriert und wieder in Gang gesetzt wird. Er soll später einmal eine Bandsäge antreiben – ganz wie zu den guten alten Zeiten. Wer sich in die interessante Arbeit der L.O.G. einbringen möchte, kann über die Website www.log-linau.deKontakt aufnehmen oder zum „Anglühen“ zwischen 10 und 18 Uhr einfach mal vorbei schauen.
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