Bille verschmutzt

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Dr. Frank Kieper (v.l.), Iris Kieper, Hans-Joachim Schubert und Christiane-Beatrix Pausch beklagen verunreinigte Bille

Ursache wird untersucht. Kötheler Anwohner in Sorge

Von Michael Sakrzewski
Köthel. Als die Zierfische im Gartenteich von Christiane-Beatrix Pausch starben, wurde die Frau skeptisch. Seit Jahren füllte sie den Teich mit Wasser aus der Bille, die an ihrem Grundstück entlang fließt, auf. Das ging gut. Bis jetzt. Besorgt alarmierte sie die Polizei im Amt Trittau. Das Wasser sah braun aus und es stank. „Die fühlten sich nicht zuständig“, sagt sie. „Also wurden wir selbst aktiv.“

Seltene Fische bedroht

Ihr Nachbar Hans-Joachim Schubert, der Fischereibiologe ist, benachrichtigte Martin Purps vom Landessportfischerverband Schleswig-Holstein, der an mehreren Stellen der Bille Wasserproben entnahm.
„Die Ergebnisse waren erschreckend“, sagt Purps. Der Sauerstoffgehalt des Gewässers wies im Bereich ‚Alter Bahndamm‘ 2,83 Milligramm pro Liter auf. Dabei liegen die Werte im Idealfall zwischen elf und zwölf Milligramm je Liter.
„Bei diesem Wert werden alle Fische im Fluss sterben“, sagt Hans-Joachim Schubert.
Grund für die Sauerstoffarmut des Gewässers sind laut Martin Purps Schadstoffe, die oberhalb von Köthel in die Bille gelangt sein müssen. Dies konnte er mit Leitfähigkeitsmessungen an mehreren Standorten nachweisen. Auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung untersuchten das Wasser. Für sie lag die Ursache für die Verfärbung des Flusses an faulenden Gräsern und Hölzern. Diese sollen durch den Regen Anfang Juli durch das Grabensystem in den Fluss gelangt sein.

Verschmutzungsursache wird noch ermittelt

Weitere Untersuchungsergebnisse werden noch in dieser Woche erwartet. „Wir können dann genau feststellen, wo und womit die Bille verunreinigt wurde“, sagt Martin Purps.
Möglich sind Verunreinigungen durch Jauche oder Gülle. Denkbar ist auch, dass der starke Regen Moorsedimente ausgespült hat, wie etwa im Bereich des Linauer Moores an der Kreisstraße 10 .

Bille wohl nur in Köthel verunreinigt

In der Zwischenzeit wurden die Probenentnahmen auf etwa 15 Kilometer des Flusslaufes ausgeweitet. Dabei haben die Experten festgestellt, dass oberhalb der Grander Mühle eine leichte Verbesserung des Sauerstoffgehaltes durch erneute starke Regenfälle in diesem Bereich eingetreten ist.
„Das könnte bedeuten, dass es sich nicht nur um ein lokales Köthel-Problem handelt“, so Fischereibiologe Schubert. Was unternommen werden muss, damit die Bille nicht mehr schämt und stinkt und die rostbraune Verfärbung sich wieder in klares Wasser zurück wandelt, wird die endgültige Analyse ergeben.
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