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Jürgen Hentschke, Ahrensburgs ADFC-Vorsitzender, an der Hagener Allee, wo es für Radler eng wird Foto: fnf

Trotz Radwegekonzept: ADFC-Test bewertet Ahrensburg mies

Ahrensburg Beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) landete die Schlossstadt erneut am Ende der Städterangliste. Es reichte gerade einmal für den 17. Platz – von 21! An der Befragung hatten sich 110 Ahrensburger beteiligt.
Das Ergebnis verwundert Jürgen Hentschke vom ADFC Ahrensburg nicht: „In den letzten Jahren ist hier so gut wie nichts für den Fahrradverkehr getan worden.“
Katastrophal schlecht beurteilen die Befragten vor allem alles, was mit den Radwegen in der Stadt zu tun hat. Es wird nicht geräumt, Hindernisse auf den Radwegen nicht beseitigt, an Baustellen fehlt oft eine angemessene Radverkehrsführung. Diese Punkte erhalten alle ein mangelhaft bis ungenügend in der Beurteilung.
Dabei sind es nicht einmal nur teure Baumaßnahmen, die nach Ansicht der organisierten Fahrradfahrer eine wesentliche Verbesserung der Situation herbeiführen könnten. „Wir fordern eine Aufhebung der Nutzungspflicht der Fahrradwege. In anderen Städten wie Bargteheide und Bad Oldesloe geht das auch. Ahrensburg ist in der Frage immer noch etwas hinterwäldlerisch“, sagt Jürgen Hentschke. Man könnte Radfahrer doch nicht zwingen, auf den maroden Wegen zu fahren.
Als Beispiel nennt der Radler die Situation in der Hagener Allee. Hier könnte die Fahrbahn der Einbahnstraße für Radfahrer in die entgegengesetzte Richtung freigegeben werden.
„Aber es ist nicht alles schlecht“, sagt Hentschke. „Wir stehen in regelmäßiger Korrespondenz mit dem Bauhof. Kleinere Sachen werden schnell beseitigt.“ Für ihn ist jedoch klar: In Ahrensburg wird nicht genug in den Radverkehr investiert.
Als Gesamtnote hat die Schlossstadt eine 4,2 – ein schwaches ausreichend. Dies ist nochmals eine Verschlechterung gegenüber 2012, als es immerhin noch eine glatte 4 war.
„Das Ergebnis des Tests ist ein Signal, dass es in dem Bereich noch viel zu tun gibt“, sagt Bürgermeister Michael Sarach. „Dabei ist Ahrensburg eine schöne Stadt für Radler. Alles ist mit dem Fahrrad gut zu erreichen, die Wege sind kurz.“
Vor drei Jahren hatte die Politik ein Radwegekonzept beschlossen, nach dem bis 2025 neun Alltagsrouten und eine Freizeitroute fertiggestellt werden sollen. Für die Umsetzung des Radwegekonzept sind bis zu 150.000 Euro pro Jahr veranschlagt. Bürgermeister Sarach: „Leider sind mit unserem Haushalt keine großen Sprünge möglich. Die Umsetzung des Konzeptes funktioniert nur etappenweise.“ (fnf)
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