Brücke als Favorit

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Die Deutsche Bahn plant im Tunneltal einen mehrere hundert Meter langen Erddamm zu errichten Foto/Montage: fnf/Wessels

Verwaltung macht eigene Pläne zur S4-Querung „Brauner Hirsch“

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Von Hamburg bis Bad Oldesloe soll sie einmal reichen: Die neue
S-Bahn-Linie S4. Bis dahin vergehen wohl noch mindestens zehn Jahre. Im neuen Verkehrswegeplan, der bis 2030 gilt, hat das Projekt keine Priorität mehr – folglich gibt es keine Bundesgelder. Trotz der negativen Nachrichten aus Berlin beschäftigen sich kommunale Gremien weiterhin mit der neuen Verbindung. In Ahrensburg ist es der Bahnübergang „Brauner Hirsch“, der derzeit für Diskussionen sorgt. Darin, dass die Schranken kommen sollen, sind sich alle Beteiligten einig. Doch wie die neue Querung aussehen soll, ist noch unklar. Am 26. November vergangenen Jahres fand im Rathaus eine Besprechung zur S4-Planung auf dem Ahrensburger Stadtgebiet statt. „Im Rahmen der Besprechung wurde von städtischer Seite deutliche Kritik an der von der Deutschen Bahn favorisierten Brückenlösung in der Vorplanung geübt”, sagt Stephan Schott vom Bauamt. „Es wurde vereinbart, dass die Stadt die Planungsaufgabe für eine alternative Lösung formulieren soll.” Die Deutsche Bahn favorisiert eine Brückenlösung, die mit einem mehrere hundert Meter langem Erddamm einhergehen würde. Doch nach Ansicht der Ahrensburger Politik würde dadurch der Charakter des historisch wichtigen Tunneltals, das sich in dem Gebiet befindet, nicht erhalten bleiben. Die Verwaltung hat bei der Erddamm-Lösung naturschutzrechtliche Bedenken angemeldet. Bei Ausgrabungen im Rahmen einer Voruntersuchung waren im Ahrensburger Tunneltal zahlreiche steinzeitliche Artefakte gefunden worden. Lokalpolitik und Verwaltung setzen im Talraum am Bahnübergang Brauner Hirsch auf eine weitgespannte Brücke. Weiterhin soll die Konstruktion unterhaltungsarm sein. Besonders soll auf eine naturschonende Bauweise und einen geringen Flächenverbrauch geachtet werden. Die Querung befindet sich noch in der Vorplanung, die finanziellen Auswirkungen für die Kommune sind noch unklar. „Welche Kosten bei einem späteren Bau entstehen, kann nur auf Basis einer Planung beantwortet werden”, so Schott. „Wie eine Kostenbeteiligung der Stadt Ahrensburg bei den weiteren Planungsschritten und bei der Realisierung aussehen könnte, wird im weiteren Verfahren zu klären sein.”
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