Café fördert Dialog der Kulturen

Anzeige
Mohammad Alomar (l.) mit seiner Frau Fatima Zrik (2.v.r.) und den drei Kindern beim Brettspiel mit Sabine Paap (Mitte) und Christine Tismer (rechts)Fotos: Margret Pantelmann

Erfolgreiches Projekt der Trittauer Bürgerstiftung. Weiterhin Helfer gesucht

Von Margret Pantelmann
Trittau
Das Café International in der Wassermühle, von der Trittauer Bürgerstiftung ins Leben gerufen, etabliert sich zum festen Bestandteil beim Zusammentreffen von Einheimischen und Zugezogenen. Damit wird ein Kennenlernen in ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck ermöglicht. Auch wenn die Flüchtlingszahlen deutlich geringer sind als noch vor einem Jahr und sich die Situation allgemein entspannt hat, stehen die Kommunen weiter vor großen Herausforderungen und einer Menge Arbeit. Gerade bei der Integration der geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft ist die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern notwendig. Gemeinsame Treffen von Einheimischen und Asylsuchenden helfen dabei, die Integration zu fördern und daraus einen Gewinn für die Gemeinschaft zu erzielen. Diesem Anliegen ist auch die Trittauer Bürgerstiftung gefolgt, die ein „Café International“ im Kulturzentrum Wassermühle ins Leben rief. „Wir suchen für das Café gerne noch Helferinnen und Helfer, oder auch nur zum Klönen“, sagt der Vorsitzende der Bürgerstiftung Walter Nussel. Der ehemalige Bürgermeister lädt mit seiner Stiftung, die es seit etwas mehr als einem Jahr gibt, in unregelmäßigen Abständen die Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch aus den Nachbarorten, ein, um die Willkommenskultur zu zelebrieren. Bei den Treffen werden lebhafte Gespräche geführt, tauschen sich die Teilnehmer aus und lernen sich bei Gesellschaftsspielen näher kennen. Menschen aus Albanien, Afghanistan, dem Irak oder Syrien nehmen diese Angebote gern an und erzählen dabei von ihrem Schicksal. „Wir haben eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr und warten auf drei Jahre“, berichteten Mohammad Walid Buzan (65, Maler) aus Aleppo sowie Mohmood Schekhane (33, Metallhandwerker, seit einem Jahr in Deutschland) und Mohammad Seed Ezzat Najjar (38, seit elf Monaten in Deutschland) aus Damaskus, die alle gerne arbeiten würden und betonten, dass sie Angst um ihre zurückgelassenen Familien haben. Mit Brettspielen vergnügte sich auch Mohammad Alomar (30) mit seiner Frau Fatima Zrik (26) und den drei Kindern gemeinsam mit Sabine Paap oder auch Gabi Pulst. „Ich lerne auch zu Hause viel Deutsch, damit ich schnell eine Arbeit finde. Aber Grammatik ist schwer“, so der Elektroniker aus Aleppo, der bei der Flucht eine gefährliche Bootsfahrt auf sich genommen hatte. Die Verständigung – auch der Flüchtlinge untereinander – klappt recht gut. Das liegt auch an den Deutschkursen, die unter anderem von der VHS angeboten werden. Allerdings beklagt Uschi Weyand aus Hamfelde, dass alle Folgekurse für den Deutschunterricht in Ahrensburg und Reinbek dicht belegt seien. „Es gibt viel mehr Bedarf, es müssten mehr angeboten werden, doch es fehlen Lehrer“, sagt die ehemalige Deutschlehrerin, die sich auch in der Volkshochschule engagiert. Sie ist der Meinung, dass der Unterricht von vielen Leuten durchgeführt werden könnte und nicht unbedingt von ausgebildeten Lehrern.

Weitere Infos: Café International
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige