Damit Erzieher helfen können

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Sonja Huff (v.l.), Sandra Waschinski, Sven Carstens, Kerstin Rückert, Anja Wenk, Anett Schmitt und Anne-Kathrin Neubau werben für das Projekt „Beherzt vernetzt“. Damit sollen Erzieher im Umgang mit Eltern, die psychische Probleme haben, geschult werden Foto: cs

„Beherzt vernetzt“: Awo unterstützt Pädagogen im Umgang mit psychisch belasteten Familien

Von Christina Schlie
Ahrensburg
Damit Erzieher der Stormarner Kindertageseinrichtungen im Umgang mit Eltern, die unter psychischen Belastungen oder gar einer Erkrankung leiden, sensibilisiert werden, hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Projekt „Beherzt vernetzt“ ins Leben gerufen. „Der Umgang mit Vätern und Müttern, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, kann schwierig sein“, sagt Anett Schmitt, Leiterin des Awo Kreisverbandes. Oft würden die Pädagogen aus Unwissenheit Druck auf die Eltern ausüben, was in einer solchen Situation kontraproduktiv wirke.
Ein Beispiel: Ein Kind wird jeden Tag zu spät in den Kindergarten gebracht. Alle Gesprächsversuche mit den Eltern bleiben ohne Erfolg. Wer sich mit psychischen Erkrankungen auskennt, weiß, dass Betroffene gerade das Zusammentreffen mit anderen Eltern als Stresssituation empfinden. Daher würden betroffene Eltern ihr Kind zu spät oder gar nicht in den Kindergarten bringen.
„Wenn ein Erzieher darum weiß und die Symptome kennt, kann er ganz anders auf die Eltern zugehen“, sagt Sozialarbeiter Sven Carstens. Das hilft nicht nur den Erwachsenen, auch die Kinder können dann schneller betreut und somit aufgefangen werden. Laut Statistik, erkranken zwei Drittel aller Kinder von psychisch belasteten Eltern später selbst oder werden zumindest auffällig. „Und die Tendenz zu psychischen Krankheiten nimmt stetig zu“, sagt Kerstin Rückert, Mitarbeiterin beim Sozialen Netz für Südstormarn (SVS) in Reinbek. Um Kindern zu helfen, deren Eltern zum Beispiel unter Depressionen leiden, hat die Awo bereits Anfang des Jahres die Initiative „Beherzt“ ins Leben gerufen. Mitarbeiter der Initiative versuchen die Kinder, in der für sie oft unerträglichen Situation aufzufangen.
Damit auch Betreuer in Kitas oder Horten betroffene Familien unterstützen können, sollen sie durch Fortbildungen und Einzelberatungen lernen, brisante Situationen zu erkennen und sich den Eltern und Kindern sensibel zu nähern.
Mit im Boot sind neben der Awo, Mitarbeiter vom Psychosozialen Dienst, der Gesundheitsberatung, der Kreisverwaltung und der Sozialen Dienste des Kreises Stormarn. Gefördert wird das Projekt von der Kroschke Kinderstiftung, die für die kommenden zwei Jahre 14.000 Euro zur Verfügung stellt.
„Prävention ist uns wichtig, und dieses Projekt erfüllt die Maßnahme in besonderer Weise. Nur wenn es Vernetzungen gibt, kann verhindert werden, dass Kinder durchs Netz fallen“, sagt Anja Wenk von der Kroschke Kinderstiftung. (cs)

Erzieher, die an der Weiterbildungsmaßnahme, die im September beginnt, interessiert sind, erfahren mehr bei Anne-Kathrin Neubau unter 04102/ 211 54 57
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