Das Vertrauen in die Kirche zurückgewinnen

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Ganz entspannt: Probst Hans-Jürgen Buhl und Bischöfin Kirsten Fehrs vor dem Gottesdienst, bei dem Buhl feierlich zum Probst ernannt wurde. Foto: cb

Probst Jürgen Buhl ist für eine Missbrauchsprävention schon im Kindergarten

Ahrensburg. Zu den Klängen der Orgel, gespielt von Ulrich Fornoff, schritt am vergangenen Sonntagnachmittag der neue Probst für den Kirchenbezirk Rahlstedt-Ahrensburg Hans-Jürgen Buhl in Begleitung von Bischöfin Kirsten Fehrs in die Schlosskirche. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus begrüßte Pastorin Anja Botta die zahlreichen Gäste.
Die fünfköpfige Band „Hamburger Jazzgottesdienst“ spielte dem feierlichen Anlass entsprechend das Lied „Die güldne Sonne“. Am Ende der Zeremonie überbrachten Bürgermeister Michael Sarach sowie Prof.Dr.Gabriele Borger vom Präsidium Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Hamburg-Ost ihre Grußworte.
Nach dem Missbrauchsskandal und der Debatte der vergangenen beiden Jahre ist der Kirchenbezirk Rahlstedt-Ahrensburg wohl nicht der einfachste Aufgabenbereich für den 57-jährigen Kirchenvertreter, der in Uetersen geboren wurde. Hans-Jürgen Buhl, leitete bis vor kurzem die Organisationsentwicklung des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Seit 1. Mai ist er nun bereits in neuer Funktion. Dafür hat er sein Büro in der dritten Etage des schmucklosen Verwaltungsgebäudes im Hamburger Stadtteil St. Georg aufgegeben und ist auf der Probst-Etage eingezogen, ein Stockwerk tiefer. Von dort aus will er in Zukunft den Bezirk Rahlstedt-Ahrensburg lenken.
Mit großer Mehrheit wählte die Synode am 2. März des evangelischen Kirchenkreises Hamburg-Ost Hans-Jürgen Buhl zum neuen Propst für den Kirchenbezirk Rahlstedt-Ahrensburg. 117 der 130 anwesenden Mitglieder gaben Hans-Jürgen Buhl ihre Stimme. Elf Gemeinden zählen zum Bezirk, darunter Bargteheide, Eichede, Großhansdorf-Schmalenbeck, Siek, Lütjensee und Trittau. Ein Ziel hat der neue Probst bereits vor Augen, um das Vertrauen in die Kirche zurückzugewinnen: „Ich denke, dass sich etwa die Jugendarbeit verstärkt dem Thema Missbrauch widmen sollte. Mit Klaus Fuhrmann haben wir in der Kirchengemeinde Ahrensburg ein Mitglied, das in der Jugendarbeit tätig ist und das auch in unserem Arbeitskreis Prävention eine ganz wichtige Rolle spielt. Prävention kann schon im Kindergarten anfangen. Etwa, indem Kinder dazu erzogen werden, „Nein“ sagen zu können. Das sollte im Konfirmandenunterricht weiter gehen. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass pädophiles Verhalten sofort im Kern erkannt und verhindert wird.“
Buhl wuchs in Hamburg-Wandsbek auf und studierte an der Hamburger Universität Theologie. In Rahlstedt war Buhl von 1982 bis 1994 zwölf Jahre lang Gemeindepastor. Er wohnt mit seiner Lebensgefährtin, Pastorin Cornelia Blum, in Hamburg-Barmbek. Jazz spielt eine wichtige Rolle in Buhls Leben. Gemeinsam mit vier weiteren Musikern gestaltet der Saxofonist, dessen Vorbild John Coltrane ist, auf Einladung „Jazzgottesdienste“. (cb)
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