„Der Weg hat sich gelohnt“

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Ihr drei Jahre alter Urenkel und jüngster Spross der Familie malte Ulla Domscheit ein Geburtstagsbild Foto: Frauke Pöhlsen

Ulla Domscheidt feierte 90. Geburtstag. Und ist zufrieden

Großensee Mit mehr als 100 Gästen feierte Ursula Domscheit vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag. Ihre Familie ist groß. Die Großenseerin hat fünf Kinder, neun Enkel und drei Urenkel. „Sogar aus Argentinien war Verwandtschaft angereist“, erzählt Ulla Domscheit. Die Jubilarin wurde auch von Torsten Albig, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Großensees Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers beglückwünscht.
Besonders freute sich das Geburtstagskind über den Besuch der Mitglieder ihrer Qi Gong- und Rückenschul-Gruppe „Spätlese“ vom SSV Großensee. Spontan entschlossen sich die Sportler, ihren Verein in „Ullas Spätlese“ umzutaufen. Nach einem Oberschenkelhalsbruch kann die 90 Jahre alte Stormarnerin die Gruppe nicht mehr selbst leiten, schaut aber immer wieder mal vorbei und macht mit.
„Wenn ich 100 Jahre alt bin, werde ich die Gruppe noch einmal leiten“, verspricht Ulla Domscheit. Denn die sportliche Seniorin will ins Guinnessbuch der Rekorde. Täglich macht sie über den Tag verteilt Übungen, um fit zu bleiben. Nach ihrer Operation sei sie schnell wieder „auf den Beinen“ gewesen, meint sie. Da hätte sogar ihre Ärzte erstaunt. Die Großenseerin hat eine eigene Wohnung, ihr Sohn lebt mit seiner Familie gleich nebenan, im selben Haus. Ihr Wohnzimmer sei der Treffpunkt für die ganzen Verwandten.
Über das intakte Familienleben ist Ulla Domscheit sehr glücklich. Doch sie schätzt auch die Stunden, in denen sie allein ist. Dann fordert sie ihr Hirn und löst Kreuzworträtsel oder liest viel Zeitung.
Die Flüchtlingsprobleme kann die Seniorin nicht verstehen. Sie hat einen Krieg miterlebt. In ihrem Heimatdorf mit 700 Einwohnern, mussten nach Kriegsende 1.300 Flüchtlinge untergebracht werden. „Das war selbstverständlich, da gab es kein ‚Wenn und Aber‘, es wurde einfach geholfen“, sagt sie. Auch wenn es damals vielleicht andere Zeiten gewesen wären, würde sie sich heute ebenso wie damals für die Flüchtlinge einsetzen. Die Großenseerin blickt mit großer Zufriedenheit auf ihr Leben zurück. „Der ganze Weg hat sich gelohnt“, meint Ulla Domscheit. „Alles was ich gemacht habe, hatte Erfolg oder einen Sinn.“ (fp)
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