Die „Ahnenforscher Amt Trittau“

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Reinhard Donder in seinem privaten Archiv Foto: Jenjahn

Hobby-Historiker treffen sich regelmäßig im Bürgerhaus

Von Olaf Jenjahn
Lütjensee
Reinhard Donder hat seine eigene, ganz besondere Zählweise. „Fünf Jahre besteht unser Arbeitskreis bereits“, sagt der 75-Jährige. Dabei trafen sich die drei Gründer des Arbeitskreises „Ahnenforscher Amt Trittau“ zwar schon Anfang 2012 erstmals, die konstituierende Sitzung erfolgte erst am 16. Oktober des Jahres. Donder zählt vor und richtet nacheinander die Finger der linken Hand auf: „2012, 2013, 2014, 2015, 2016 – fünf. Die Frage ist doch, ist die Null oder die Eins die erste Zahl?“, fragt er und schmunzelt. Das der Arbeitskreis dann im fünften Jahr existiert, ist für den ehemaligen Kapitän in Ordnung. Donder und seine Mitstreiter haben die Ahnenforscher „salonfähig“ gemacht und das Thema quasi vom Schreibtisch in die lebendige Gesellschaft geholt. Einmal im Monat, immer am zweiten Dienstag, treffen sich die Hobby-Historiker im Trittauer Bürgerhaus und diskutieren interessante Themen. „Es gibt einen thematisch gehaltenen Vortrag, wir besprechen Exkursionen und beschäftigen uns mit der Ahnenforschung. Dabei versuchen wir aufgetretene Fragen zu beantworten“, erläutert Donder. Der Fokus der Arbeit wird auf das Lesen alter Schriften, das Verwenden von Ahnenforscher-Programmen und die Archivierung gelegt. „Zu unseren Treffen kommen regelmäßig rund 20 Teilnehmer, die überraschenderweise zum Großteil nicht aus Trittau und Umgebung kommen. Es kommen sogar Leute aus Norderstedt, Stade oder Schwerin. In unserer Mailingliste sind 110 Interessenten verzeichnet“, sagt Donder nicht ohne Stolz. Die Mitglieder des Arbeitskreises kommunizieren allein über die Mailingliste, auf die, nach erfolgreicher Registrierung, jeder Nutzer Zugriff hat. Hier können Fragen gestellt sowie Antworten und Hinweise gegeben werden. Das Interesse an diesem wahrhaft „historischen“ Hobby wächst und wird zunehmend auch von jüngeren Menschen gepflegt, hat Donder festgestellt. Auf eine „richtige“ Webseite verzichten die Ahnenforscher bewusst, muss diese doch aktuell gehalten und gepflegt werden. „Dafür haben wir bei uns niemanden“, sagt Reinhard Donder. Und dennoch ist den Ahnenforschern das Internet keinesfalls fremd. „Durch das Web ist unsere Arbeit deutlich erleichtert worden. Viele Informationen sind frei zugänglich und können so geprüft und verarbeitet werden. Die Ahnenforschung beschränkt sich natürlich nicht nur auf die heimische Umgebung, sondern blickt auch weit über den Tellerrand hinaus. So liegen die persönlichen Schwerpunkte der leitenden Arbeitskreismitglieder zum Beispiel auf der Erfassung der Kriegs- und Totendenkmäler, auf der Forschung nach Emigranten nach Nordamerika oder genealogischen Recherchen. Reinhard Donder hat sich der Ahnenforschung des Masurenkreises Lyck verschrieben, denn in dieser Region des heutigen Polen wurde er 1941 geboren. Dort ist er für seine Arbeit anerkannt. „Ich habe bereits über 250 Anfragen erhalten. Da kommen Bitten von Menschen, die ihre Angehörigen suchen“, sagt Donder. Reinhard Donder forscht auch in eigener Sache und konnte bereits familiäre Verzweigungen feststellen, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen.

Kontakt: Trittau-L@genealogy.net
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