Die Ahrensburger haben die Wahl

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Möchte das Rathaus zu einem Service-Center umbauen: Jörg Hansen (Grüne) Foto: fnf
 
Michael Sarach (SPD) ist weiterhin bereit „für gute Kommunikation“ Foto: fnf

Am 27. September ist Bürgermeisterwahl. Kandidaten stellen sich zehn Tage zuvor den Fragen der Bürger

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Der Bürgermeisterwahlkampf geht in die heiße Phase. Am 27. September haben die Ahrensburger die Wahl: Bürgermeister Michael Sarach (SPD) tritt an gegen zwei Herausforderer, die Stadtverordneten Jörg Hansen (Die Grünen) und Christian Conring (CDU). Wer ist der Richtige für den Job?

Die Kandidaten


Der grüne Schlichter zwischen Politik und Verwaltung: Jörg Hansen (54), geborener Kieler, ist seit 13 Jahren Stadtverordneter in Ahrensburg. Das Mitglied der Grünen war lange Zeit Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, sieht seine Stärken im Bereich Bau- und Verkehrsplanung: „Nachdem die letzte Kommunalwahl gezeigt hat, dass fast jeder fünfte Ahrensburger eine grüne Politik vor Ort realisiert haben möchte, hat die große Mehrheit unserer Mitglieder für einen eigenen Bürgermeisterkandidaten gestimmt. Sie sehen die Schwerpunkte grüner Politik, wie eine nachhaltige Verkehrspolitik, den sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und des Flächenverbrauchs, Umsetzung der Klimaziele, Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Jung und Alt, einer bürgerfreundlichen und effektiven Verwaltung, einer Wirtschaftsförderung, weder vom Amtsinhaber noch von einem Kandidaten des rechten Lagers angemessen berücksichtigt.“ Hansen sieht sich auch als Vermittler zwischen den verschiedenen Fraktionen, genießt auf allen Seiten Respekt. „Für eine effektive Arbeit ist ein guter Umgang zwischen Politik und Verwaltung wichtig. Daran fehlte es leider in der Vergangenheit“, so Hansen. Sein Ziel: Ein besseres Betriebsklima in der Verwaltung, Krankenstand und die hohe Fluktuation verringern. „Ich möchte das Rathaus zu einem Service-Center umbauen.“

Der Wirtschaftler mit Jura-Background: Christian Conring (50), jüngster Kandidat, CDUler, geboren in Hannover, aufgewachsen in Wilhelmshaven, will Ahrensburg wirtschaftlich auf Vordermann bringen. Seit zehn Jahren lebt er mit Frau und seinen zwei Kindern in Ahrensburg, ist seit fünf Jahren Vorsitzender des Finanzausschusses. „Es gibt hier in der Stadt viel Stillstand. Wir müssen dringend die Gewerbesituation verbessern, indem wir Gewerbeflächen schaffen, damit wir Geld für die Musik haben, die hier gespielt wird.“ Durch den Verkauf von Gewerbegebieten könnte der städtische Schuldenberg um 25 Millionen Euro reduziert werden. Auch Conring kritisiert das aktuelle Verhältnis zwischen Verwaltung und der Politik, verweist auf andere Städte wie die Nachbargemeinde Bargteheide: „Dort unterstützen alle Fraktionen Bürgermeister Görtz. Es geht dort um die Sache, um die Bürger, und nicht um Parteipolitik. So etwas wünsche ich mir auch für Ahrensburg.“ Außerdem steht auf seiner Agenda der soziale Wohnungsbau und der Bau der Nordtangente. Auch den Bau einer Südumgehung würde er unterstützen.

Amtsinhaber: Michael Sarach (62), ist seit fünf Jahren Bürgermeister und stellt sich erneut zur Wahl. Geboren in Elsfleth (Niedersachsen), aufgewachsen in Hamburg, lernte er nach dem Abitur in der Hamburger Finanzverwaltung, war später in der Justizbehörde und dem Rechnungshof tätig, dann in der Staatskanzlei und dem Sozialministerium in Schwerin. Das SPD-Mitglied ist überzeugt: „Ich habe in den letzten fünf Jahren einen guten Job gemacht.“ Die tiefen Gräben zwischen Verwaltung und Politik sieht er nicht. „Natürlich ist man nicht immer einer Meinung, es gibt auch Streit, aber auch immer eine Klärung. Und eine gute Kommunikation funktioniert nur, wenn alle wollen. Ich bin bereit dazu.“
Für Sarach rückt der Wahlkampf derzeit in den Hintergrund. „Wir haben gerade eine schwierige Aufgabe zu meistern. Bis Jahresende müssen wir rund 200 Flüchtlinge in der Stadt unterbringen. Darauf liegt gerade mein Fokus.“ In einer weiteren Wahlperiode will der Amtsinhaber auf den Weg gebrachte Projekt weiter voranbringen, etwa den Masterplan Verkehr, das Stadtentwicklungskonzept und den Entwurf des Flächennutzungsplanes: „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren hier in Ahrensburg viel erreicht und diesen Weg möchte ich weitergehen.“
Alle Bürgermeisterkandidaten stellen sich am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr im Alfred-Rust-Saal, Wulfsdorfer Weg 71, vor.
Die Begrüßung erfolgt durch den Bürgervorsteher Roland Wilde. Die öffentliche Diskussionsrunde wird von dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied des Städteverbandes Schleswig-Holstein, Jochen von Allwörden, moderiert. Nach einer Vorstellung und Befragung der Bewerber durch den Moderator haben die Einwohner von Ahrensburg ausreichend Möglichkeit, den Kandidaten Fragen zu stellen.
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