Die Frau der 1000 Rosen

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Sigrid Steinweg in ihrem Garten Fotos: M.Keil
 

Sigrid Steinweg stellt ihre Fotografien in der Bücherei Ahrensburg aus

Von Manuela Keil
Ahrensburg. Das Foto zeigt eine geheimnisvolle Frau. Sie trägt ein langes orangefarbenes Gewand und eine Maske. Die Frau steht auf einer Brücke – im Hintergrund stehen alte Bäume mit dicken Stämmen. Es ist nebelig. Wer ist diese Frau?
Sie lebt in einem kleinen Haus, das versteckt hinter hohen alten Bäumen auf einem großen Grundstück in Ahrensburg steht. Ein alter Nussbaum steht vorne im Garten. Die Räume in dem kleinen Haus sind liebevoll eingerichtet, zahlreiche Fotos, Erinnerungsstücke und viele Bücher fallen auf. Auch eine große schwere Decke auf dem Sofa – eigentlich ist es eher ein Teppich – sie schleppte die siebenjährige Sigrid mit, damals 1945 auf der Flucht aus Danzig.

Chor, Theater und Kunst

Seit 1994 lebt Sigrid Steinweg in Ahrensburg, mittlerweile ist sie Rentnerin, aber von Ruhestand will sie nichts wissen. Wenn die agile Frau mit der braunen Kurzhaarfrisur von ihren Aktivitäten berichtet, ist sie kaum zu stoppen. Die Buchhändlerin, die 27 Jahre beim Bauer Verlag und zuvor fünf Jahre in der Nachrichtenredaktion des Stern gearbeitet hat, ist seit 1997 Mitglied im Ahrensburger Kirchenvorstand, singt seit 1997 im Gospelchor der Schlosskirche Ahrensburg und tritt außerdem seit vergangenem Jahr im St. Pauli Theater auf. Gerade kommt sie von einer Probe aus Hamburg zurück. „Wir singen in der Rock- und Pop-Revue ‚Heaven can wait‘ 25 Stücke, die wir alle auswendig beherrschen müssen“, sagt die 76-Jährige. Wir, das ist ein Ensemble aus 31 Sängern zwischen 70 und 86 Jahren. „Wir sind der coolste Chor Hamburgs,“ sagt die vielseitig interessierte Frau. Die erste Aufführung war im August vergangenen Jahres. Ab 16. September stehen weitere Vorstellungen an. Für Musik begeisterte sich Sigrid Steinweg schon als Kind. Aber die Zeiten waren schwierig und mit dem Klavierspiel begann sie dann erst im reifen Alter von 60 Jahren. „Ich wäre damals gern Musik- und Sportlehrerin geworden, aber das war nicht möglich.“ Und jetzt fehle ihr bei all ihren weiteren Aktivitäten häufig die Zeit zum Üben. Denn nächste Woche steht zudem ein Klassentreffen bei ihr im Haus an, das sie seit 2002 jedes Jahr ausrichtet. Und außerdem sind da auch noch der Gesellschaftstanz jeden Freitag - und natürlich die Rosen.
Ihnen gehört seit vielen Jahren ihre Liebe, vor allem die roten und orangenen haben es ihr angetan. Sigrid Steinweg fotografiert die faszinierenden Blumen dort, wo sie schöne Motive findet, in ihrem Garten, bei Nachbarn, auf Spaziergängen. Und sie macht auch zuweilen Collagen – mit Rosen oder nur einer Blüte als Blickfang auf einer grauen Statue beispielsweise.
Einen Eindruck von ihren schönen Motiven können Besucher auf ihrer Ausstellung „Die Jahreszeit der Rosen“ vom 19. Juli bis 22. August in der Stadtbücherei Ahrensburg gewinnen. Dort stellt sie 30 ihrer schönsten Bilder aus.

Seit 40 Jahren Filmerin

Aber das ist noch nicht alles. Seit den 60er-Jahren ist Sigrid Steinweg, die eine Tochter und zwei Enkel im Alter von 19 und 21 Jahren hat, Hobbyfilmerin. Sie war bereits vielfach als Jurorin und Jurymitglied bei Landeswettbewerben dabei. Die künstlerische Ader hat einer ihrer Enkel geerbt. Der Rudolf-Steiner-Schüler ist begeisterter Maler und wird demnächst sein Studium der Eurythmie beginnen.
Ach ja – und das Bild: Die geheimnisvolle Frau darauf ist Sigrid Steinweg.
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