Die Hüterin der Bienen

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Die Ahrensburger Bienenfreundin vor einer Beute. So wird das Zuhause eines Bienenvolkes bezeichnet Fotos: cs

Sonja Sannert ist Imkerin. „Mehr zu bieten als Honig“

Von Christina Schlie
Ahrensburg
Manche Menschen haben Angst vor Bienen, Sonja Sannert nicht - ganz im Gegenteil. Sie sind ihre Leidenschaft. Die Ahrensburgerin eine Imkerin aus Überzeugung.
Auf die Idee, sich den summenden Insekten zu widmen, brachte sie ihr Sohn. „Er schlug mir nach einem Schulausflug vor, dass unser Wohnort auf dem Gut Allmende der ideale Standort für Bienen sei“, sagt Sonja Sannert. Sie habe aber zunächst abgewunken. „Zuviel Arbeit“. Doch die Anregung ging ihr nicht mehr aus dem Kopf, Heute, fünf Jahre später, hat Sonja Sannert sieben Bienenvölker mit bis zu 50.000 Bienen pro Volk und empfindet die damit verbundene Arbeit als Genuss.

Nur einmal Honig-Ernte


Nur ein paar Minuten zu Fuß von ihrem Haus entfernt, liegt ihr Bienen-Paradies. „Schon der Weg dorthin ist eine Freude“, erzählt die 46-Jährige. Der Imkerin ist es wichtig, möglichst wenig in das Leben der Bienenvölker einzugreifen. Nur einmal im Jahr entnimmt sie den Honig. „Nur soviel, dass ich nicht zufüttern muss und die Bienen gut versorgt über den Winter kommen“, sagt sie. Doch jeder Imker sollte seinen eigenen Weg im Umgang mit den Bienen finden. Möglichst naturbelassen ohne großen Kontrollzwang, so pflegt es Sonja Sannert, die sich gern als Bienenhüterin beschreibt.
„Wer lernt, genau hinzuschauen, kann vieles schon am Verhalten der Bienen am Flugloch beobachten“, so ihre Erfahrung. Bis zu 20 Kilogramm Honig pro Volk können in einem ertragreichen Jahr bei Sonja Sannert zusammen kommen. „Doch die Bienen haben weit mehr zu bieten“, sagt die Heilpraktikerin. „Honig, Propolis, Bienenwachs und sogar das Gift der Biene kann nützlich sein.“ Selbst die Bienenstockluft soll gesund sein. In einer Blockhütte können in Zukunft Allergiker die Bienenstockluft einatmen. „Die Luft enthält gesunde Stoffe, einen hohen Feuchtigkeitsgehalt und ist 36 Grad warm“, sagt sie. Außerdem will Sonja Sannert Ausflüge zu ihren Bienenstöcken anbieten, um gerade Kindern und Jugendlichen die Bedeutung der Insekten verständlich zu machen. „Ohne die Existenz von Insekten sehe unsere Natur viel ärmer aus“, sagt Sonja Sannert. Und so wünscht sie sich mehr Achtsamkeit und Offenheit im Umgang mit Bienen. Aktuell seien die Insekten vielerorts unter anderem durch den Befall von Milben stark bedroht.
Seit einigen Jahren warnen Umweltschützer vor dem periodischen und punktuellen Rückgang von Bienenvölkern. Die Ursachen sind noch nicht geklärt.
Aber schon Albert Einstein (1879 - 1955) gab zu bedenken: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“
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