Die Streitschlichter in Ahrensburg

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Hans-Jürgen Bergerhausen und Birgit Welter sind als Schiedsteam in der Schlossstadt erfolgreich Foto: cs

Hans-Jürgen Bergerhausen und Birgit Welter sind ehrenamtliche Schiedsleute. In jedem zweiten Fall erfolgreich

Ahrensburg Oft sind die Fronten so verhärtet, dass jedes Wort und jede Tat missverstanden wird. Die Betroffenen sehen nur noch den Ausweg in einem gerichtlichen Prozess. Aber auch vor Gericht streitet es sich nicht so leicht, denn nicht jede Auseinandersetzung ist ein Fall für den Richter. Oftmals ist ein ehrenamtliches Schiedsverfahren dem Gerichtsurteil vorgeschaltet.
Seit einem Jahr kümmern sich Birgit Welter und Hans-Jürgen Bergerhausen um all die Streitigkeiten, die vorerst außergerichtlich besprochen werden sollen. „Bei uns geht es ums Schlichten nicht ums Richten“, so Hans-Jürgen Bergerhausen. Durch vermittelnde Gespräche und eine konstruktive Konfliktregelung versuchen die Schiedsleute zerstrittene Parteien zu einer einvernehmlichen Regelung zu animieren. Oft geht es dabei um den klassischen Nachbarschaftsstreit wie die Beseitigung von Laub, Lärm- oder Geruchsbelästigung aber auch Beleidigung, einfache Körperverletzung oder Sachbeschädigung.
In seinem ersten Jahr hat das Ahrensburger Team bereits 20 Fälle bearbeitet und darf sich über eine Erfolgsquote von 50 Prozent freuen. Beachtlich, liegt der Bundesdurchschnitt bei 43 Prozent. „Wir geben jedem Problem eine Schlichtungschance“, sagt Bergerhausen. Der 71-Jährige ist bereits sein ganzes Leben lang ehrenamtlich engagiert und sieht in dem Schiedsamt „die Chance, etwas zurückzugeben“. Als Duo funktionieren Bergerhausen und Welter im Einklang. „Wir vermitteln und versuchen, für jedes Problem eine Lösung zu finden“, beschreibt Birgit Welter den Reiz an der ehrenamtlichen Tätigkeit. Eine juristische Vorbildung hatten beide nicht.
Die Treffen finden im Rathaus in einer neutralen Atmosphäre statt. Die Partei, die Klärungsbedarf sieht, trägt ihr Problem den Schiedsleuten vor. Die Gegenseite erhält dann eine förmliche Einladung, der es zu folgen gilt. Die unterschiedliche Sichtweise der Parteien auf das Problem bringt es mit sich, dass die Emotionen hoch kochen können. Ist keine Einigung möglich, wird auch dies protokolliert. Dann geht der nächste Schritt Richtung Gericht. Eine Schlichtung vor einem Schiedsgericht ist 30 Jahre rechtsgültig und kann bei Verstoß vor Gericht angefochten werden.
Birgit Welter und Hans-Jürgen Bergerhausen sind noch mindestens vier Jahre im Amt. Termine mit den Schiedsleuten können unter 04102/ 472044 vereinbart werden. (cs)
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