Duell um die besten Argumente

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Birte Kruse-Gobrecht und Sven Noetzel Foto: cs
BARGTHEHEIDE. Zweimal mussten die Bürgermeister-Kandidaten Birte Kruse-Gobrecht und Sven Noetzel den Bargteheider Bürgern Rede und Antwort stehen. Beim ersten Kandidaten-Duell war bereits zwanzig Minuten vor Beginn der Veranstaltung der Saal mit 300 Interessierten voll belegt. Gut 100 weitere Besucher wurden wieder nach Hause geschickt. Und auch am vergangenen Montag, dem zweiten Aufeinandertreffen der Kandidaten, kamen knapp 200 Bargteheider, um sich ihr eigenes Bild zu machen und Fragen zu stellen.

Am 26. Juni entscheiden 13.212 Wahlberechtigte darüber, wer Bargteheides neuer Bürgermeister wird. Bevor Altbürgermeister Werner Mitsch das Gesprächsduell einläutete, hatten beide Kandidaten 15 Minuten Zeit für eine persönliche Vorstellungsrunde.

Darin wurden viele Übereinstimmungen deutlich. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt die Stormarner Gleichstellungsbeauftragte Birte Kruse-Gobrecht (47), die mit ihren zwei Kindern in Tremsbüttel lebt. Die Juristin kandidiert parteiunabhängig und wird von den Grünen unterstützt. Ihr sind Transparenz und Dialog auf Augenhöhe mit den Bürgern wichtig. „Oft fühlen sich die Menschen zu wenig einbezogen. Das ist verschenktes Expertenwissen“, sagt sie.

Der von der CDU nominierte Sven Noetzel (44) betonte, dass er „Verwaltung kann“. Noetzel arbeitet als Bauamtsleiter und Leiter der Stadtbetriebe in Reinbek. An beiden Veranstaltungen bekam Noetzel Unterstützung durch seine Frau und den neun Monate alten jüngsten Sohn, die im Publikum saßen. Seine Familiensituation sei der Grund, warum ein Umzug von Bergedorf nach Bargteheide für ihn aktuell kein Thema sei. Noetzel beschreibt sich als pragmatisch und lösungsorientiert, mit einem „natürlichen Gestaltungsdrang“.

Als anschließend die Bürger ihre Fragen stellen durften, drehte sich vieles um das Wachstum der Stadt und die Wohnraumsituation. Kruse-Gobrecht bezieht sich auf eine Studie zum demografischen Wandel. Danach wächst Stormarn bis 2030 um rund 12.000 Einwohner. „An dem Thema kommen wir nicht vorbei. Es fehlen 1.000 Wohnungen“, so Kruse-Gobrecht. Auch Noetzel sieht den wachsenden Wohnungsbedarf.

„Die Zahl der Personen pro Haushalt sinkt weiter. Deshalb sind schon bei einer Stagnation der Einwohnerzahl zehn Prozent mehr Wohnungen nötig“, so Noetzel. Auch das Thema Erweiterung der S4 wird von den Bürgern zur Diskussion gestellt. „Das dritte Gleis zu streichen war keine clevere Entscheidung der Bahn“, sagt Noetzel und will als Stadt weiter verhandeln. Kruse-Gobrecht will bei dem Thema verstärkt die Wirtschaft mit ins Boot holen. (cs)
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