„Egoismus ist nicht gut“

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Käthe und Kurt Krause in ihrem Garten Foto: cs
 
20. August 1955. Käthe und Kurt Krause haben sich in der Ahrensburger Schlosskirche trauen lassen Repro: cs

Das Ahrensburger Ehepaar Krause feiert am 20. August Diamantene Hochzeit

Von Christina Schlie
Ahrensburg
Es war beim Tanzen, da fiel ihm das junge, hübsche Mädchen, das schüchtern im Türrahmen stand, sofort auf. „Ich war der Erste, der sie aufgefordert hat“, erinnert sich Kurt Krause noch heute an den 16. August 1953. Der Tag, an dem er „seine Käthe“ – wie er sie noch heute liebevoll nennt – kennengelernt hat.
Am Donnerstag, 20. August, feiert das Paar seinen 60. Hochzeitstag. Es ist die Diamantene Hochzeit. Eine lange Zeit, in der es auch in der Ehe der Krauses Höhen und Tiefen gegeben hat. „Doch bei uns gab es immer nur ein ‚Wir‘ nie ein ‚Ich‘“, beschreibt das Paar seine Ehe. „Zuviel Egoismus ist nicht gut für eine Beziehung. Man muss gemeinsam an einem Strang ziehen“, lautet ihr Ehe-Rezept. Nein, es war keine „Liebe auf den ersten Blick“. „So etwas gab es damals nicht“, erinnert sich Kurt Krause. „Mir gefiel ihre zurückhaltende Art. Lange sechs Wochen haben wir uns anfangs sogar noch gesiezt.“ Wie es sich für damalige Verhältnisse gehörte, brachte Kurt Krause seine Tanzdame gleich am ersten Abend nach Hause. Doch Ahrensburg, der Ort in dem Käthe geboren wurde und aufgewachsen ist, war für den Wilhelmsburger gänzlich unbekannt. „Das Schöne an der Bahnfahrt war das Ruckeln“, so der heute 82-Jährige. „Käthe rutsche immer ein Stückchen näher.“ – „Es gefiel mir, dass Kurt mich nach Hause begleitete, aber zum Schluss musste er rennen, damit er überhaupt noch die letzte U-Bahn zurück nach Hamburg bekam“, erzählt Käthe Krause. Sich zu verabreden war in den 1950er-Jahren nicht leicht, nicht jeder hatte ein Telefon. So stand die damals 18-jährige Käthe oft bange wartend am Bahnhof, bis Kurt erschien.
Im August 1954 verlobte sich das Paar, ein Jahr darauf wurde in der Schlosskirche geheiratet. „Um näher beieinander sein zu können, haben Käthes Eltern einen Antrag gestellt, dass Kurt bei ihnen als Untermieter einziehen durfte. „Strenge Zeiten“, erinnert sich Käthe. „Wenn ich ihn geweckt habe, hat meine Mutter unten an der Treppe auf mich gewartet. Es gab kein heimliches Kuscheln.“
Familie und Freunde spielen im Leben des Ehepaares noch heute eine große Rolle. Zwei eigene und drei Pflegekinder sowie vier Enkel und ein Urenkel gehören zum engeren Kreis. „Bei uns war jeder willkommen. Unsere Tür stand immer offen“, sagt das Paar. Noch heute leben eine Tochter und ihr erwachsener Sohn im Haus der Krauses. „Käthe hatte schon immer ein großes Herz“, ein Satz, den Kurt Krause immer wieder verwendet, wenn er seine Ehefrau beschreibt. Eine große Leidenschaft der Krauses gilt auch Kärnten. Ob alleine, mit der Familie, Freunden oder auch als Reiseleitung. Über 24 Mal hat das Paar Reisen für Ahrensburger nach Österreich organisiert und wurde dafür ausgezeichnet. Gern würde Kurt auch jetzt noch einmal mit „seiner Käthe“ nach Kärnten reisen, aber der schlechte Gesundheitszustand lässt das leider nicht mehr zu. „Aber zum Feiern sind wir noch fit genug“, betont das Paar. Und so werden sie den großen Tag ihrer Diamantenen Hochzeit mit einem Fest im Kreise von Freunden und Familie begehen. Bereits vor zehn Jahren, zu ihrer goldenen Hochzeit, haben sich die Krauses in der Schlosskirche noch einmal Trauen lassen. Eine romantische Zeremonie, der Sohn hat die Mutter, die Töchter den Vater gesegnet. Was sich die Jubilare aber am meisten wünschen, sind noch viele gemeinsame, glückliche Ehejahre.
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