Ehrenamt verändert Einstellung

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Michaela Thielsen-Stamer engagiert sich in der Radsportgrupe der Werkgemeinschaft Foto: Pöhlsen

In der Hermann Jülich Werkgemeinschaft in Hamfelde findet jeder eine Aufgabe

Von Frauke Pöhlsen
Hamfelde/Stormarn
Zum fünften Mal fand das Radevent „Rund um Hamfelde“ statt. Betreute der Hermann Jülich Werkgemeinschaft gingen mit Partnern der Radsportgruppe Team Hamfelder Hof und anderen Radsportlern auf den zwei Kilometer langen Rundkurs. Bei dem außergewöhnlichen Radrennen spielten die Anzahl der Runden oder die Zeit keine Rolle. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und deren Engagement ist diese Veranstaltung nicht durchführbar“, sagt Anke Brammen, Leiterin der Einrichtung und Organisatorin des Events. Und das Ehrenamt ist hier Programm: Das Radsportteam Hamfelder Hof unternahm vor dem Event bereits Trainingsfahrten mit den Betreuten des Hauses, während der Veranstaltung regelte die Freiwillige Feuerwehr Hamfelde/St. den Verkehr. Und egal ob Moderation, der Grillstand oder die Getränkeausgabe – überall waren ehrenamtliche Helfer dabei. Michaela Thielsen-Stamer aus Siebenbäumen kam über einen Bekannten aus der Radsportgruppe zur Werkgemeinschaft. Ihr Engagement umfasst viele Punkte: Radtraining, Adventsbasar und anderen Veranstaltungen. „Immer wieder begeistert mich die Freude an der Freude, die mir meine Trainingspartner aus der Einrichtung zeigen“, sagt Michaela Thielsen-Stamer.

Positives Lebensgefühl


Ähnlich geht es auch Frauke Reiße aus Kuddewörde. „Mein Mann arbeitet ebenfalls ehrenamtlich in der Einrichtung und hat mich überredet. Ich bin so nett aufgenommen worden, wie in einer großen Familie. Es ist schön zu sehen, wie sich die Betreuten selbst über Kleinigkeiten freuen.“ Die Sechzigjährige hilft ehrenamtlich im Kräutergarten, der Apfelwerkstatt oder in der Küche. Einmal in der Woche schaut sie vorbei. Seit über vier Jahren, nach einer Lebenskrise, wie er selbst sagt, arbeitet Volker Betz in der Hermann Jülich Werkgemeinschaft. Früher hätte er wohl einen großen Bogen um die Einrichtung gemacht, meint er. Das hat sich mit der ehrenamtlichen Tätigkeit verändert. Vor sechs Wochen ist er in eine Wohnung im Apfelsternhaus, ein Haus in dem auch mehrfach Schwerstbehindert wohnen, gezogen. Dort arbeitet er auch ehrenamtlich. „Wenn alle wüssten, wieviel diese Arbeit dem eigenen Leben gibt, hätten wir hier schon eine Warteliste“, ist Volker Betz überzeugt. Für ihn habe sich viel verändert, er sei im Umgang mit Freunden, Bekannten und Familie viel entspannter geworden. Längst lehne er Dinge nicht mehr sofort ab oder werte vorschnell. „Größtenteils habe ich in meinem Leben Dinge gemacht, die ich gar nicht wollte“, sagt der 63-Jährige. „Das habe ich jetzt erst erkannt.“ Betz ist am Sonnabend am Stand der Hermann Jülich-Werke auf der Gewerbeschau „Trittauer Schaufenster“. „Es gibt zu wenig Ehrenamtliche in der Einrichtung. Aufmerksamkeit und Zeit schenken und Anteilnahme vermitteln ist so wichtig für die Betreuten“, sagt er. Wer Fragen zum Ehrenamt in der Hermann Jülich Werkgemeinschaft hat, darf sich gern an ihn wenden.
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