„Ein Leben lang lernen“

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Zwei Schüler ließen sich mit dem Neurowissenschaftler fotografieren Foto: fnf

Nobelpreisträger Eric Kandel besuchte die Schule, die seinen Namen trägt

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Sein ganzes Leben lang stellt er Fragen – und findet anschließend Antworten: Nobelpreisträger Eric Kandel ist auf dem Gebiet der Neurowissenschaften eine Ikone – und nun auch Namensgeber einer Ahrensburger Schule. Das frühere Gymnasium am Heimgarten trägt ab sofort den Namen Eric-Kandel-Gymnasium. Der Namenspatron fühlte sich geehrt, reiste mit seiner Frau Denise für zwei Tage nach Ahrensburg, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen, vor allem aber um Zeit mit den Schülern „seiner“ Schule zu verbringen.

Große Ehre


„Das ganze Leben ist ein Lernprozess, darauf soll Schule die Kinder vorbereiten, Lust auf Wissen machen“, sagte der 85-Jährige beim großen Festakt. Dass eine Schule ab sofort seinen Namen trägt, bewegte den Nobelpreisträger sehr: „Es ist fantastisch für mich und eine große Ehre. Das geschieht nur einmal im Leben.“
Zwei Jahre dauerte der Prozess der Namensfindung. In einer Arbeitsgruppe trug das Kollegium über 80 Persönlichkeiten zusammen. Der Namenspatron sollte Vorbild sein, man soll sich mit ihm identifizieren können, sich sozial engagieren“, so Schulleiter Gerd Burmeister. „Eric Kandel verkörpert mit seiner Person alle Auswahlkriterien. Wir haben uns richtig entschieden.“ Besonders begeistert war der Schulleiter von der Fähigkeit des Professors, auf Menschen zuzugehen: „Was man im Vorfeld nicht über ihn lesen kann ist, wie er auf Menschen zugeht. Die Schüler hingen an seinen Lippen.“
An seinem Besuchstag verbrachte der Neurowissenschaftler viel Zeit im Unterricht, beantwortete Fragen über seine Forschung und sein Leben – etwa wie er zur Neurobiologie gekommen sei.
„Ich habe mich gefragt wie die Österreicher Beethoven und Mozart hören und gleichzeitig Juden so behandeln können“, sagte Kandel, der im Kindesalter mit seiner Familie vor den Nazis in die USA flüchten musste. Dort studierte er zunächst Literatur und Geschichte in Harvard, später dann Medizin. Kurz vor seinem Abschluss wechselte er zur Neurobiologie. Für seine Forschungen auf dem Gebiet erhielt er im Jahr 2000 den Nobelpreis.
Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) betonte: „Meistens werden Schulen nach Persönlichkeiten benannt, deren Ruhm schon lange feststeht. Heute haben wir hier etwas anderes erlebt. Eric Kandel kann Menschen bewegen und begeistern. Er verbindet Naturwissenschaft, Literatur, Geschichte und Kunst. Wie er an die Dinge herangeht, wird sicherlich auch Geist dieser Schule werden.“
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