Ein Mord zum Schluss

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Krimiautorin Magda Sorour: Die Morde passieren immer am Ende der Geschichten. Foto: H.-E. Jaeger

Ex-Grundschulrektorin Magda Sorour schreibt Krimis

Von Hans-Eckart Jäger
Reinfeld. Wenn das keine Sensation ist: Till Eulenspiegel, der bekannteste Narr der Welt, Sinnbild der Schadenfreude und des Spotts, hat vor fast 700 Jahren in Reinfeld seine Streiche mit Kindern und Erwachsenen gespielt. Dieses Geheimnis hat jetzt Magda Sorour (65) aus Reinfeld gelüftet.

„Als er in Lübeck lebte, ist er auf seinen Wanderungen auch durch unseren Ort gekommen“, verrät die pensionierte Grundschul-Rektorin. Die Wahrheit ist das natürlich nicht, denn die Gemüter erhitzen sich heute noch: Hat der Schalk, der im Jahr 1350 in Mölln senkrecht begraben worden sein soll, überhaupt gelebt?
Magda Sorour sitzt beim Italiener „Casa Rusticana“, gleich neben dem Reinfelder Golfplatz und schaut aus dem Fenster. Sie lächelt hintersinnig, dann bekennt sie: „Das mit dem Till Eulenspiegel in Reinfeld habe ich natürlich erfunden. Ich brauchte ihn für eine meiner Kurzgeschichten.“
Magda Sorour ist Krimiautorin, sie schreibt Gedichte und sie liest ihre Geschichten bei Veranstaltungen vor. So wie sie es beim Festakt anlässlich des
100. Geburtstages der Hamburger Musikhalle (heute Laeiszhalle) im Jahre 2008 getan hat. In dem Büchlein „Schlichte Pracht und viel Musk“ sind drei ihrer Geschichten verewigt.
Erster Roman als Kind
Zum Beispiel „Harfentöne“, fünf Seiten kurz. Eine Liebestragödie, in der der Leser (oder damals der Hörer) erst in der drittletzten Zeile erfährt, dass hier ein Mord geschieht. Wörtlich heißt es: Eifersucht, hämmerte es plötzlich in seinem Kopf. Er tastete nach der Tasche, holte behutsam ein Papierbriefchen hervor, entrollte die darin enthaltene C-Saite und schlang sie zärtlich um Charlottes Hals.
Das ist das wirkliche Geheimnis der in Flensburg geborenen Autorin, die schon als Kind ihren ersten kleinen Liebesroman schrieb, in der ein harmloser Kuss das höchste der Gefühle war. „Ich beginne in meinen Krimigeschichten, die regional-historischen Hintergrund haben, nicht mit einem Mordfall“, sagt sie. „Am Ende kommt der Knalleffekt.“
Sohn begleitet sie bei Lesungen
Und wenn sie öffentlich ihre Geschichten vorliest, ist öfter auch ihr Sohn Daniel-Tarek, ein bekannter Cellist, für die musikalische Untermalung zuständig. Ihre Tochter Sherin-Silvia hat Musikwissenschaften und Literatur studiert. Woher nimmt sie ihre Ideen? „Geschichten liegen auf der Straße“, sagt sie. „Manchmal fällt mir auch abends im Bett vor dem Einschlafen etwas ein. Dann stehe ich auf, schreibe alles nieder und lege mich wieder hin.“

Lesungen von Magda Sorour im Kreis Stormarn: 5.8.: Sommerfest in Barnitz, 13.10., 19 Uhr: „Wilde Geschichten“ im Restaurant „Glanz und Gloria“ in Delingsdorf, 28.10., 18 Uhr: „Zum Hauptgang Mord“ im Restaurant „Klassenzimmer“ in Delingsdorf.
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